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Die Geister der Vorfahren scheinen im wahrsten Sinne des Wortes aus den Arbeiten Zhang Huans zu sprechen. Der in New York arbeitende chinesische Kunst-Star zeigt in der 10-teiligen Fotoserie Foam (1998) sein mit Schaum bedecktes Gesicht, das an das Antlitz eines Neugeborenen denken lässt. Auf jedem der großformatigen Motive sieht man Fotos seiner Familienangehörigen aus dem weit geöffneten Mund blitzen – eine Stimme, die stellvertretend für Ahnen und Nachfahren sowohl nach außen, als auch nach innen spricht. Foam ist eine mit körperlicher und mythologischer Symbolik aufgeladene "Oral History", die die Erfahrung von Zugehörigkeit und überlieferten Familientradition als prägend für Kunst und Leben vermittelt. Die Expressivität, mit der Zhang seine Familiengeschichte thematisiert, gibt dem Betrachter das Gefühl, als würde der Künstler ihm etwas sehr Persönliches offenbaren.
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