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Um eine ausreichende Rohbruchfestigkeit der Grünkörper zu erreichen, werden den keramischen Rohstoffen bis zu 50 Vol% organischen Additive zugesetzt. Diese müssen anschließend wieder entfernt werden. Dieser Vorgang wird Ausbrennen, Entkohlung oder Entbinderung genannt. Das Ausbrennen, Entkohlen bzw. Entbindern der Keramik und die Entfernung der organischen Verfestigungs- und Bindemittel findet im Ausbrennofen, Entkohlofen, Entbinderungsofen statt. Das ist ein sehr kritischer Prozess und Bedarf einer sorgfältig Temperatursteuerung. Dies gilt um so mehr, je größer die Grünkörper sind. Temperaturprofil, Druck, Gasatmosphäre und Zeit müssen ausgewogen sein, um ein schädigungsfreies und reproduzierbares Austreiben der Hilfsstoffe aus dem feinporösen Formkörper sicher zu ermöglichen. Insbesondere in der Anfangsphase des Prozesses muss sehr langsam aufgeheizt werden, um Schäden durch plötzliche Verdampfung organischer Komponenten zu verhindern. Der Ausbrennprozeß, Entkohlprozess, Entbinderungsprozess beginnt bereits bei Raumtemperatur und ist oft erst bei Temperaturen um 600°C abgeschlossen. Sauerstoff kann die Zersetzung der organischen Materialien beschleunigen und die Ausbrennzeit, Entkohlzeit, Entbinderungszeit verkürzen.
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