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Insofern sind dem Spektrum multinationaler Einbindung somit kaum Grenzen gesetzt und es gewinnt aus bundesdeutscher Sicht mit der Schaffung des Deutsch-Dänisch-Polnischen Korps im Jahre 1998 noch einmal eine neue Dimension: Dieses Beispiel verdeutlicht, daß Multinationalität sogar die Kooperation mit Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes ermöglicht, wenngleich eine Vielzahl von Kompromissen und Lernprozessen auch zukünftig noch notwendig sein werden. Multinationalität ist heute ein Merkmal politischer und militärischer Strukturen, das die NATO seit ihrer Gründung im April 1949 als kollektives Verteidigungsbündnis kennzeichnet. Zwar scheiterten die Bestrebungen zum Aufbau der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft in den Fünfziger Jahren, dennoch bestanden bereits seit Beginn des Ost-West Konflikts integrierte Führungsstrukturen der NATO. In diese ist die Bundeswehr seit ihrem Bestehen eingebunden. Multinationale Truppenteile wie das seit 1962 bestehende deutsch-dänische Korps LANDJUT oder auch die 1960 aufgestellte Allied Command Europe Mobile Force (Land), die AMF (L) belegen, daß multinationale Truppenteile auf eine bereits langwährende Tradition zurückblicken können.
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