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Der Chemie-Unterricht und ich waren nie Freunde. Aber mit Flüssigstickstoff kann man selbst einen Chemie-Banausen wie mich begeistern – dementsprechend angetan war ich davon, wie die Freisinger Kollegen den Hopfen für ihr Pils haltbar gemacht haben. Für das Messebier verwendet Braumeister Johannes nämlich zusätzlich zu klassischen Hopfenpellets auch Grünhopfen, der ganz frisch und ungetrocknet aus dem Hopfengarten von Anton Wittmann kommt – ausgesucht und abgeholt mit der fachkundigen Begleitung durch Anja Bentele von der IGN. Weil der Hopfen aber ja zuerst aus der Holledau nach Freising muss und Johannes einen vollen Terminkalender hat, muss der frische Hopfen doch irgendwie konserviert werden. Die Lösung: Stickstoff und Trockeneis. Das ist zwar kein etabliertes Verfahren, aber das Brew Center hätte den Titel modernstes Technikum wohl kaum verdient, wenn es nicht Ort für Innovationen wäre. Und das Konzept hört sich für mich schlüssig an: Direkt nach der Ernte taucht ein Kollege die Hopfendolden in den Stickstoff, bis sie auf ca. -200°C abgekühlt sind. Anschließend werden sie zerklopft (was mit tiefgefrorenen Dolden sehr leicht geht) und auf Trockeneis gelagert und transportiert. Und ganz nebenbei entstehen bei diesem Experiment – denn genau das ist es – ziemlich beeindruckende Bilder. Ob dem Hopfen das Stickstoff-Bad so gut gefallen hat, wie erhofft? Das wird sich bei der Verkostung auf der BrauBeviale im November rausstellen.
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