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In den letzten Tagen machten wir uns daran, Aufschriften vor ehemaligen slawischen Gebäuden auf die Straßen zu sprühen, „It’s Fun to Be Bohemian“ und „Los Checos back to Pilsen“, ein Versuch der symbolischen Heimkehr tschechischer Motive nach Pilsen. Mein Mitbewohner Bob sagte mir kurz vor meiner Abfahrt, er befürchte, dass Pilsen, wenn ich das nächste Mal komme, bereits völlig anders sein werde. Dass es sich deswegen ändern werde, weil eine Menge von Yuppies und Muppies (ein Begriff, den Pete Rodriguez für die mexikanischen Yuppies erfunden hat) hierher ziehen, sie nach und nach die Häuser aufkaufen, die Mieten sich erhöhen und die jetzigen Bewohner wegziehen müssen. Aus Pilsen wird ein weiteres modisches Viertel, ähnlich wie heute schon Wicker Park, das auch irgendwann einmal ein armes heruntergekommenes Viertel war. Später kam es in den Ruf, hip zu sein, und heute ist es voll von coolen Klubs, Cafés und Läden. Nichts dagegen einzuwenden. Aber Pilsen ist eben Pilsen. Ich möchte nicht, dass ich nächstes Mal auf Pilsens Straßen nur noch Menschen begegne, die besessen sind von Mode, Grafik und spindeldürren Hunden. Wicker Park ist das Viertel der Grafikdesigner. Pilsen ist das Viertel der Einwanderer, Alkoholiker, Nichtstuer und Künstler (sagt José). Eher als im zugeknöpften Shirt aus der Boutique treffen Sie die Pilsener in einer Jacke aus dem Container. Hunde gibt es dort nicht, stattdessen eine Menge großer und wilder Katzen, Tauben und Eichhörnchen. Vor kurzem schrieb mir Allan, der mir bei den Straßenaufschriften geholfen hatte: „Your graffiti is still here, although it’s getting a little hard to see, a little more faded than it was.“ Vielleicht finden sich nun tschechische und mexikanische Stimmen in einer gemeinsamen Sprache des Beklagens wieder.
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