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Angespornt von dem Wunsch, die Chemotherapie nebenwirkungsärmer zu gestalten, widmeten sich Pütz und Eckes nun nicht mehr der Beeinflussung der Wirkstoffkomponente, sondern der zeitlichen Komponente der Behandlung. „Wir stellten fest, dass Doxorubicin, das in Liposomen verpackt ist, sich besonders schnell im Tumor anreichert, aber langsam in anderen Geweben wie der Haut“, erläutert Pütz den springenden Punkt des Therapiekonzepts, „und da war uns klar, dass wir einen kinetischen Vorteil haben, den wir nutzen müssen.“ Die Anreicherung des Wirkstoffs im Tumor erfolgt nach dem sogenannten EPR-Effekt (EPR: enhanced permeability and retention): „Da die Blutgefäße im Tumor sehr schnell wachsen, entstehen im Gegensatz zu gesunden Geweben Löcher zwischen den Endothelzellen der Blutgefäßwände, durch die die Liposomen in den Tumor eindringen.“ Aufgrund der Anordnung der Zellen wie in einer Fischreuse und dem Blutdruck im Blutgefäß kämen die Liposomen jedoch nicht mehr heraus und wären gefangen, so der Forscher.
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