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In das globale Wirtschaftssystem werden jede Sekunde Rohstoffe in einer Menge eingespeist, die etwa der Ladung von einhundert LKWs entspricht. Über ein ganzes Jahr gerechnet ergibt dies 90 Milliarden Tonnen an Rohstoffen, die aus dem Bergbau, der Ölförderung oder der Land- und Forstwirtschaft stammen. Durch die Globalisierung entfernen sich dabei die Orte des Rohstoffabbaus und der Herstellung von Produkten zunehmend von jenen des Konsums. In einem vom European Research Council (ERC) geförderten Projekt untersuchen Stefan Giljum, Leiter der Forschungsgruppe „Nachhaltige Ressourcennutzung“ und sein Team am Institute for Ecological Economics der WU, woher die Rohstoffe für die in Europa konsumierten Produkte stammen und welche ökologischen und sozialen Folgen ihr Abbau auf der Erde nach sich zieht. „Um die Entnahme von Rohstoffen in allen Ländern weltweit zu quantifizieren, sammeln wir statistische Daten aus verschiedensten Quellen und koppeln sie an wirtschaftliche Modelle, die globale Wertschöpfungsketten für alle Produktgruppen abbilden“, erklärt Stefan Giljum, „Dadurch können wir den Fluss von Rohstoffen vom Extraktionsland über die verschiedenen Verarbeitungsschritte bis hin zur Endkonsumentin bzw. zum Endkonsumenten verfolgen.“
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