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tionszentrum Alltagskultur der DDR in einer ehemaligen Kinderkrippe befindet, kam mir ein anderer Rat von dir wieder in den Sinn. Als ich Andrzej Wajdas Filme Der Mann aus Marmor und Der Mann aus Eisen gesehen hatte, riss mich am meisten die feinfühlige Darstellung der Hoffnung mit, die aus Solidarität erwuchs. Agnieszkas (die Filmheldin in Mann aus Marmor ist, wie Charity richtig bemerkt, eine echte Kino-Ikone) Faszination für den Arbeiterhelden Birkut kommt bestimmt zum Teil wenigstens aus demselben Gefühl, obwohl zu jener Zeit die Risse in jenem Gebäude immer sichtbarer wurden. In einem Land, das etwas durchgemacht hatte, was sich angefühlt haben muss, wie wenn man tausend Jahre lang im Namen von großen, patriotischen Reichen niedergetrampelt wird, konnte das Bedürfnis nach kollektiven Taten nicht deutlicher sein. Birkut, in diesem Moment der Handlung immer noch ein Stachanowist, spricht enthusiastisch von seinen neuen Baumethoden, die man bloß zu entwickeln und überall anzuwenden bräuchte, um jedermann in Polen zu einem Heim zu verhelfen. Nach dem lange ersehnten Ende der Geschichte ist Hoffnung jetzt etwas Kühnes, wenn sie den rechten Konsens auch nur eine Spur in Richtung links anstupst. In solchen Zeiten ist es gut, sich an die reelle, wenn auch verdorbene und letztendlich verratene Hoffnung zu erinnern, die der Sozialimsus bot. Wärest du hier gewesen, hättest du mich bestimmt an Volker Brauns Worte erinnert, dass man ihm entrissen habe, was er nie gehabt habe, und dass er immer vermissen werde, was er nie gelebt habe. Und das wäre richtig von dir, denn so fühle ich mich selbst immer mehr. Du warst es in vielerlei Hinsicht, die mich diese Gefühle hat entdecken lassen, und meine Reise nach Eisenhüttenstadt ist sosehr eine innere wie eine äußere Reise. Der Verlust der Alterität, das Gefühl der verpassten und vertanen Gelegenheiten klingt noch nach. Du hast einen guten Stützpunkt dieser Reise zur Wiedererlangung der Erinnerung empfohlen: das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und insbesondere dessen Sammlung geschenkter und erworbener Objekte. Im Gegensatz zu den schicken interaktiven Oberflächen und dem Retroglamour des neuen DDR-Museums in Berlin hat sich diese Sammmlung für einen einfacheren, würdigeren und substanzielleren Approach entschieden. Anstatt den Sozialismus als Spektakel zu sehen, taucht man in den Alltag im Osten ein. Das ist stimmig in Eisenhüttenstadt, wo der aus Berlin und Nowa Huta bekannte Bombast und die Trabi-Safaris fe
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