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Drei Jahre nach unserer Kirchweihe und fünf Jahre nach der Gründung blicken wir auf die Vergangenheit zurück, um daraus Lehren zu ziehen. Vor einigen Wochen fiel mir in einem Buch eine Erzählung auf. 1965 – der Kommunismus war damals besonders erdrückend und der im vollen Wachstum befindliche Westen wollte dies nicht sehen – traf ein sowjetischer Schriftsteller in Frankreich einen seiner Kollegen, einen Christen. Als sich der Kommunist damit brüstete, er habe seine alte, des Lesens und Schreibens unkundige Bedienstete von einem Popen beerdigen lassen, fragte ihn der Christ, ob es in Russland noch Gläubige gab. „Ein paar“ antwortete dieser. Darauf hin entgegnete der Franzose, der das Evangelium des Treibmittels im Teig kannte: „Das genügt!“ Die Ereignisse gaben ihm Recht. Christen sind in Tschechien ebenso wie in Frankreich in der Minderheit. Das ist eine neue Gegebenheit, die genauso gut ein Glücksfall sein kann: derjenige mit der Freiheit der Propheten zu sagen, was wir sind und was wir glauben.
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