|
|
Weltweit leiden etwa 1,6 Milliarden Menschen an Blutarmut. Etwa 10 Prozent der Betroffenen sind dabei an seltenen Formen der Anämie (rare anaemia) erkrankt. Die genauen Zusammenhänge zwischen molekularen Ursachen und klinischen Symptomen, beispielsweise bei Sichelzellanämie oder Thalässämie, die auf einer Erkrankung der roten Blutkörperchen beruhen, sind bisher nur unzureichend erforscht. Besonders seltene Anämien sind aufgrund eines Mangels adäquater Methoden und Techniken häufig nicht oder nicht richtig diagnistizierbar. Trotz der in der Summe hohen Patientenzahlen bleiben derzeitige Behandlungsformen oft wirkungslos und geeignete Therapieansätze, die den vielfältigen Ausprägungen der einzelnen Krankheitsbilder Rechnung tragen, fehlen. Hier setzt das CoMMiTMenT Verbundprojekt an: Ziel des Forschungsvorhabens ist es, mit Hilfe modernster Mikroskopie-Techniken neue, verbesserte Verfahren zur Diagnose seltener Anämien zu identifizieren. Es sollen die zellulären Ursachen und Funktionsweisen dieser Bluterkrankungen verstanden werden, um so Ansätze für neue, auf den Patienten zugeschnittene Therapien entwickeln zu können. Die Besonderheit von CoMMiTMenT liegt darin, dass spezielle Imaging-Technologien so kombiniert werden, dass molekulare Defekte einzelner roter Blutzellen sichtbar gemacht werden können. Oft sind Transportkanäle in den Zellen der Anämie-Patienten verändert und können als charakteristisches biologisches Merkmal zur Diagnose von seltenen Anämien angewandt werden. Neben der Forschungsstelle für Molekulares Imaging und Screening sind acht weitere Partner aus sechs europäischen Ländern am Projekt beteiligt, darunter klinische und akademische Institutionen sowie vier technologieorientierte kleine- und mittelständische Unternehmen (KMU). Grundlagenforschung und Anwendungsorientierung sind somit in CoMMiTMenT eng miteinander verzahnt.
|