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Die Praxis bezieht die Belle Étage eines Jugendstilwohnhauses, die beeindruckende Raumhöhen und prächtige Stuckornamentik kennzeichnen. Bei der Innenarchitektur war es einerseits Aufgabe, den historischen Baubestand mit Respekt und Sorgfalt zu behandeln und trotzdem den Anforderungen einer modernen Praxis gerecht zu werden. Andererseits sollte eine innenarchitektonische Übersetzung des Begriffs »weissraum« gefunden werden. Beim Betreten der Praxis wird »weissraum« zunächst auch als weiße Architektur sichtbar. Alle Wände und Decken erstrahlen in Weiß. Auch die neuen Einbauten sind durchgehend in der namengebenden Farbe gehalten und werden lediglich durch wenige goldene Flächen akzentuiert, die Wertigkeit assoziieren. Diese Einbauten ziehen sich als durchgehendes Band durch die gesamte Praxis, vom Treppenabgang entlang des Flurs bis in den Wartebereich hinein. Als weiteres raumübergreifendes Thema fungiert der Boden, der als durchgehendes Eichenparkett ausgeführt ist. Dieses ist ebenfalls geweißt und erhält dadurch einen leichten, schwebenden Charakter. Gleichzeitig gibt der Boden den Räumen eine besondere Natürlichkeit, die die häufig mit der Farbe Weiß assoziierten Eigenschaften Künstlichkeit und Sterilität gar nicht erst aufkommen lassen.
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