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"Ein U-Boot" (Berliner Zeitung), eine "nicht explodierte Bombe" (Frieze), ein "gerade gelandetes UFO" (taz), eine "ovale Blase" (Architektur & Wohnen) - Anish Kapoors Memory regt die Kritiker zu den unterschiedlichsten Assoziationen ein. Das riesige Objekt, ein "neuer Meilenstein in Kapoors Karriere" (artdaily.com), "beharrt auf seiner doppelbödigen Position zwischen den Genres Skulptur und Architektur", so Laura Battle von der Financial Times. Die Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim "präsentiert dem Betrachter drei für sich alleine stehende, scheinbar widersprüchliche Ansichten", erläutert Daniel Miller in der Frieze. "Die erste wirkt gleichmäßig gewölbt, die zweite konisch und raketenförmig, die dritte wie ein offen stehender Mund, der ins Innere der Struktur führt. Erinnerung als Schöpfer, Erinnerung als Bewahrer, Erinnerung als Zerstörer." In seinem Feature für Deutschlandradio Kultur beschreibt Carsten Probst eine ganz andere Sicht auf Memory: "Für einen Moment soll der Betrachter die Schwerkraft vergessen und hineingezogen werden in einen Raum, den er nicht begreift in seinen Dimensionen". Kapoors Arbeiten erscheinen Probst wie "Eingangstore in die Welt der göttlichen Erfahrung, die jenseits aller Bilder steht". Für die Hindu Times "versetzt Kapoor den Betrachter in spirituelle Gefilde" und Claudia Funke verweist in der taz auf die Bezüge von Kapoors "Konzept der Leere, der Spannung zwischen Form und Formlosigkeit, Materiellem und Immateriellen" zur buddhistischen Philosophie und zu den Gemälden Caspar David Friedrichs.
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