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Geometer fungiert auch als Hintergrund für eine der Inszenierungen von Lausens Frau, der Fotografin Heide Stolz. Sie lässt ihren Mann vor dem Gemälde posieren, auf dem wiederum zwei kopflose Männer im Anzug vor Aktbildern à la Bacon stehen. Das Motiv des Bildes wird so in den Realraum transportiert. Mit schickem Jackett, dunkler Hornbrille und 3-Tage-Bart gibt Lausen hier den coolen großstädtischen Hipster. Mitte der 1960er pendelt er zwischen München, wo sich in Schwabing Hippies, Bohème und Künstler miteinander amüsieren, und dem oberbayrischen Dorf Aschhofen. Dort lebt er mit Heide Stolz und den beiden Töchtern in einem ausgebauten Bauernhof, obwohl er über das "Kuhgemuhe kotzt". In einer nahe gelegenen Kiesgrube entstehen weitere Fotos, in denen Lausen mit Freunden vor der Kamera agiert: diese Aufnahmen antizipieren die lakonische, unterkühlte Gewaltästhetik aus Filmen wie Rudolf Thomes Rote Sonne (1969) oder Roland Klicks Deadlock (1970).
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