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I was able to separate the works, the tradition, from the people passing them on. You should never unpack romanticism and complain that so many traditional things are dying out. If we don't move with the times, are not prepared to open up, to develop, we'll die out.
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Im Salzkammergut, wo ich aufgewachsen bin, ist die Volksmusik nach wie vor – und damals noch mehr als heute – eine sehr bestimmende Melodie, eingebettet in einem sehr bestimmenden Milieu. In meiner Pubertät habe ich angefangen, das zu hinterfragen und bin mit meiner Weise, die Dinge zu sehen, angeeckt. Daraufhin habe ich alles abgelehnt, was mit Traditionen zu tun hat. Den Gästen auf Sommerfrische hat das Dirndl- und Lederhosen-Getue und auch die Musik, die da gespielt wurde, gefallen, aber ich habe an meinem eigenen Leib erfahren, wie eingrenzend das war. Durch meine Reisen wurde mir bewusst, dass ich – mehr als alles andere – immer die Wurzeln gesucht habe. Auf den Philippinen hat mich das Spielen der Nasenflöte viel mehr interessiert als die vielen Popbands, die es dort gab. Da habe ich mich selber an der Nase genommen und mich gefragt, warum mich die Wurzeln dort interessieren und ich sie zuhause ablehne. Ich habe mir vorgenommen, mich damit zu beschäftigen. Das war aber nur möglich, indem ich sie dekonstruierte. Eins zu eins hätte ich sie nicht annehmen können. Ich konnte die Werke, die Tradition von den Menschen trennen, die sie wiedergaben. Man sollte nirgendwo einen Romantizismus auspacken und jammern, dass so viele althergebrachte Sachen aussterben. Wenn wir nicht mit der Zeit gehen, bereit sind uns zu öffnen, uns weiterzuentwickeln, sterben wir aus. Wir sollten nicht unsere Entwicklung den Traditionen opfern. Nur weil etwas tradiert ist, heißt das noch lange nicht, dass es gut ist. Konservativ zu sein vermittelt eine gewisse, wenn auch scheinbare Sicherheit. Man hat das Gefühl, dass man sich an etwas anhalten kann, auch, wenn es ein abgestorbener Ast ist, der dann unter der Last bricht.
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