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Die Pharmakologie des Sozius zeigte uns, dass unser soziales Milieu tatsächlich durch und durch in Verfahren eingebettet ist, die sich nur auf die reaktionärste Verinnerlichung hin öffnen können und die Anderen mit ihren durch und durch differenzierenden Wesen ausschließen, um so eine falsche Identität oder einen faschistischen Solipsismus herzustellen. Wir mussten also selektiv sein im Hinblick auf die Texte (Affekte) und für unsere Aktivitäten ein Kontinuum erzeugen: eine sanfte Bewegung des Dahintreibens in jenem spinozistisch-nietzscheanischen Strom, der unsere Leben aufhellte, unsere Affekte und Erfahrungen belebte und uns einander näher brachte; der uns das Problem des Gemeinschaftlichen aufwerfen und die Notwendigkeit des Rufs nach dem Anderen darstellen ließ. Wir untersuchten die Konzepte von Liebe und Freundschaft, indem wir sie aktiv in einen kritischen Gesellschaftskörper einbrachten. Wir widmeten uns der Möglichkeit einer Soziabilität sowie der Konstruktion einer gemeinsamen Ebene bzw. eines gemeinsamen Plans. Und schließlich war da noch die zunehmende (Un-)Möglichkeit des Denkens – denn die Philosoph_in ist in erster Linie eine Freund_in oder eine Liebhaber_in: nur eine Freund_in/Liebhaber_in schreibt, nur eine Freund_in/Liebhaber_in denkt, nur philia-sophia erlaubt es dem Denken, sich in sich selbst und unter Freund_innen aufzuteilen.[10] Philosophoi, jene affektiven Revolutionär_innen. In diesem Sinne kann sich das Denken nur in der Konstruktion eines gemeinsamen und autonomen Raumes ereignen, nur so entsteht ein Raum des Kampfes. Deshalb sind für uns auch die post-nietzscheanischen französischen Philosoph_innen (Bataille, Blanchot, Klossowski), die sich dem Problem des Gemeinschaftlichen in all seinen Facetten gewidmet haben, besonders wichtig und fähig auf die intellektuelle Sphäre im Iran Einfluss zu nehmen. Dort erscheint eine neue Funktion des Konzepts der Kooperation: Es geht nicht nur um die Kooperation eines aktuellen Körpers mit einem anderen aktuellen Körper, sondern auch um eine virtuelle Kooperation im Denken selbst. Es geht also um ein Übersetzen als Prozess der Singularisierung, der Individuierung und der Dramatisierung, da dieser daran beteiligt sein kann, neue politische Affekte zwischen Singularitäten zu schaffen, zwischen ihnen und ohne sie Kooperation herzustellen, kollektive Lebens- und Kampfräume zu produzieren und mannigfaltige Prozesse in Gang zu setzen, die in der Lage sind, das Leben zu emanzipieren: Wir sprechen vo
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