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Wir brauchen eine radikale Bewegung, welche die Beseitigung sozialer Ungleichheiten ebenso programmatisch ins Zentrum ihrer Kämpfe stellt, wie die Abschaffung der Trennungen zwischen Produktion und Reproduktion, Schule und Zuhause, Schule und Gemeinschaft, die der kapitalistischen Arbeitsteilung inhärent sind. Ich hoffe, ich werde nicht eines Geschlechterbias’ beschuldigt, wenn ich sage, dass es vor allem die Aufgabe von Frauen ist, sicherzustellen, dass dies geschehen wird. Befreiung beginnt zuhause, wenn jene, die unterdrückt sind, ihr Schicksal in ihre eigenen Hände nehmen. Sexismus und Rassismus herauszufordern, kann nicht von denen erwartet werden, die davon profitieren; zumindest kurzfristig nicht, obwohl Männer nicht aus der Verantwortung entlassen werden sollten, wenn es darum geht, sich ungleichen Verhältnissen zu widersetzen. In anderen Worten, wir sollten nicht erwarten, dass sich – nur weil wir uns in einem radikalen Setting befinden – die Kräfte, welche die Verhältnisse zwischen Männern und Frauen in der übrigen Gesellschaft gestalten, keine Auswirkung auf unsere Politiken haben. Deshalb haben sich trotz des sprunghaften Anstiegs von Studentinnen in den Klassen, die Bedingungen der Präsenz von Frauen auf dem Campus und in radikalen Gruppen qualitativ nicht verändert. Was überwiegt, ist die neoliberale Ideologie der Chancengleichheit, die geschlechtliche und durch Rassifizierung bewirkte Hierarchien im Namen der Leistung bestätigt und jene sozialen Eigenschaften aufwertet, die für den Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt dienlich sind. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die traditionellen Eigenschaften von Männlichkeit: Selbstvermarktung, Aggressivität sowie die Fähigkeit, die eigene Verletzbarkeit zu verbergen. Ich kann nicht genug betonen, dass radikale Politiken nicht erfolgreich sein können, solange wir das Fortbestehen solcher Einstellungen in unserer Mitte nicht zum Thema machen. Es ist also an der Zeit, jene umfassendere Vision der Transformation wieder mit Leben zu erfüllen, die der Feminismus zumindest in seinen radikalen Anfängen befördert hatte – eher er unter einer neoliberalen/institutionellen Agenda subsumiert wurde. Dieses Mal müssen wir jedoch für die Beseitigung nicht nur der geschlechtlichen Hierarchien, sondern aller ungleichen Machtbeziehungen an unseren Schulen kämpfen; in diesem Prozess müssen wir auch neu bestimmen, was Wissen ist, wer eine Wissensproduzent_in ist und auf welche Weise intellektuelle Arbeit einen Beitrag
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