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The yants are a blend of nature and culture, legend and prayer, superstition and history, secular desires and religion and combine elements of Buddhism, Hinduism, Brahmanism and Animism on the skin. Verses from the Ramayana, the most important epic poem in Hindu literature, are reproduced in ancient Khmer script.
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Der Meister greift nach dem Khem Sak, einem Metallstab, und setzt eine neue Nadel ein. Der Stab ist einen halben Meter lang. Das hintere Ende ruht auf der Schulter des Meisters. Der Teenager kauert vor ihm, den Oberkörper frei, die Arme gefaltet, ein Kissen unterm Kinn. Die Helfer haben seinen Rücken gesalbt, nachdem er bezahlt hat – 8200 Baht, umgerechnet etwa 210 Euro, für ein Yant Sua, ein Tiger-Tattoo, in diesem Fall zwei Raubkatzen, die mit gestreckten Klauen springend einen Kreis bilden. In den Yants vermengen sich Natur und Kultur, Sage und Gebet, Aberglaube und Geschichte, weltliche Wünsche und Religion. Auf der Haut werden Elemente von Buddhismus, Hinduismus, Brahmanismus und Animismus miteinander kombiniert. Verse aus dem Ramayana, der wichtigsten Epik der Hindus, in der alten Schrift der Khmer wiedergegeben. Die Helfer spannen die Haut am Rücken des jungen Japaners. Widerstandslos fährt die Nadel hinein, einige Millimeter tief, taucht wieder auf, hoch und runter in atemraubendem Rhythmus, präzise wie eine Maschine, aber von Hand geführt. Der Junge stöhnt. Wie groß sind seine Schmerzen? Will ich das wirklich wissen? Ajarn Neng führt den Stab zwischen Zeigefinger und Daumen. Es sieht aus, als würde er versuchen, eine Ameise zu erlegen. Sechs Stiche in der Sekunde, 360 Stiche pro Minute.
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