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Bevor wir jedoch einige Elemente hinsichtlich des Problems der Entscheidung behandeln werden, scheint es angebracht, die Phantasie an diesem Punkt weiterschweifen zu lassen. Wir müssen davon ausgehen, dass in dieser schrecklichen und grausamen Zeit des Übergangs, in die wir eingetreten sind, fast alles möglich ist. Phantasie und Entscheidung müssen deshalb in der Multitude miteinander verwoben werden, im Begehren nach Ausdruck, das die Multitude hervorbringt. Innerhalb dieser Phantasie stellt die demokratische Repräsentation, die uns immer als grundlegendes Element hinsichtlich der Garantie der Freiheiten präsentiert wurde, zumindest eine monströse Mystifikation dar. Das gegenwärtig von der Phantasie der Multitude aufgeworfene Problem ist das der Kombination der souveränen Macht (Potenz) mit dem produktiven Vermögen der Subjekte. Der ganze Diskurs über das Biopolitische, so wie wir ihn bis jetzt entwickelt haben, deutet auf diese Schlussfolgerung hin. Wie aber gelingt es, dieses Begehren der Multitude zu organisieren? Wie ist es möglich, eine andere Demokratie zu erfinden? Eine Demokratie auf nationaler Ebene gibt es nicht mehr. Auf globaler Ebene ist die Demokratie sogar undenkbar. Und doch ist es genau dieses Undenkbare, das heute die Aktualität des Begehrens bildet ... Wir müssen beginnen, in Begriffen der Aufklärung zu sprechen, wir müssen neue Wahlbezirke andenken, die nicht mehr den Nationen entsprechen, sondern das Gesicht der Erde durchqueren, indem sie zwischen reichen und armen Gebieten, zwischen Weißen und Schwarzen, Gelben und Grünen usw. einen Ausgleich suchen, Hybride bilden und deshalb die politischen Grenzen und Schranken auflösen. Damit stellen sie die Gewalt in den Dienst der Konstruktion des Gemeinsamen. Konstitutionelle Phantasie, das braucht es ... Aufklärung, das ist notwendig ... Kommen wir aber zur Entscheidung zurück. Was bedeutet es, das Problem des Verhältnisses zwischen der gemeinschaftlichen Erfahrung der Multitude und dem ethisch-politischen (auch juridischen) Begriff der Entscheidung zu stellen? Meiner Meinung nach kann und muss man über all das an vielen anderen Stellen sprechen, doch kann eine Antwort nur in der Sprache der Bewegung gegeben werden, innerhalb der Bewegung. Andererseits kommt es innerhalb der Bewegung tatsächlich zu einem Reifungsprozess dieser Themen. Die Parteien sind tot und begraben, es sind die Bewegungen, die diese Probleme stellen und Lösungen dafür andeuten. Was das Problem der Entscheidung der Multi
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