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Und so verging ein Jahr und ich sitze nach weniger als elf Monaten wieder in der Musikszene und erwarte den Anfang der öffentlichen Freitagsgeneralprobe, oder, im Grunde genommen, der ersten offiziellen Vorstellung von Joseph, der Musicalversion der bekannten biblischen Geschichte. Nach einer Weile sind die ersten Töne des Gemisches von Melodien zu hören (ich weiß nicht, ob es ein offizielles Vorspiel ist, weil dasselbe Instrumentalgemisch auch nach der Pause gespielt wird), aus dem großen Buch (welches ist es denn?... Richtig.... Bibel...) tritt die Erzählerin aus, welche die Geschichte eines Jungen verspricht ... lustige Geschichte, voll vom Optimismus, das die Zuschauer in solchem Maß bekommen werden, dass eine traurigere Stelle in der Geschichte schon im nächsten Lied ohne Probleme überbrücken. Fürchten sie sich nicht, die kluge moralische Belehrung werden sie nicht übersehen, zwar wird sie ihnen nicht wie eine Projektion auf dem Buch projiziert sein, aber sie ist lieb... . Habe ich über Projektionen auf dem Buch gesprochen? Sieh, ich habe die Ereignisse ein bisschen vorgriffen. Im Grunde genommen, so habe ich 90% der Szenenlösung beschrieben, sie wird mit Projektionen, von den singenden Kindern sowie von anderen Sachen, Dingelchen und die Geschichte ergänzenden Momenten gelöst + ein Paar Kleinigkeiten auf der Bühne. Nur manchmal müssen sie wählen, ob sie die Films oder die Schauspieler auf der Bühne folgen werden. Größeren Umbau der Szene erleben wir nur ein Mal. Ich muss mich zu einer Sache bekennen, und ich mache es schon hier, obwohl ich es erst auf den Schluss vorbereitete, sie passt doch auf diese Stelle. Meistens beneide ich dem Schauspieler die beliebte Gestalt, die er in der Vorstellung spielt. Gestern habe ich dem ganzen Ensemble beneidet, dass es in einem so hervorragenden Musical auftreten kann. Falls doch jemand hervorragte, war es Radka Coufalová-Vidlák in der Gestalt der Erzählerin mit der durchaus hervorragenden Stimme und mit der Fähigkeit, die Bühne zu beherrschen (sie haben gut verstanden, es ist meine beliebte Eigenschaft der Schauspieler und Schauspielerinnen). Vielleicht habe ich eine neue Favoritin auf den Bühnen. Die viel diskutierte Erscheinung des Stadttheaters Brno Dušan Vitázek in der Titelrolle überraschte sehr lieb, in den tieferen Lagen hat er sehr angenehmes Stimmtimbre und für die Gestalt eines Einfaltspinsels passt er ohne Zweifel. Schade nur, dass er im Gesicht einen gleich bleibenden Ausdruck hat, sonst ist er ausge
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