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Die Öl-, Gas- und Energieindustrie ist die Lebensader der meisten Volkswirtschaften. Diese Volkswirtschaften wollen wachsen und das bedeutet eine permanent erhöhte Nachfrage nach Energie, was sich auf die Verfügbarkeit und den Preis aller Energieformen auswirkt und die Umwelt enorm in Mitleidenschaft zieht. In den letzten 150 Jahren wurden eine Trillion Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Öl verbraucht, die nächste Trillion wird schwieriger zu finden und viel, viel schneller verbraucht sein. Die Nachfrage nach Energie nimmt also ständig zu, die Reserven nehmen ab, und klimatisch gesehen können Autoabgase und andere Emissionen immer weniger toleriert werden. In den nächsten Jahrzehnten wird Öl zur Neige gehen, und weil zu erwarten ist, dass große Wirtschaftssysteme, wie Indien, China und Brasilien, sich industriell schnell weiterentwickeln, werden neben Öl und Gas auch andere Rohstoffe knapp, z. B. einige Metalle und, besonders wichtig, Trinkwasser. Wir werden die ersten ernsthaften Versorgungsengpässe in den nächsten 25 Jahren erleben. Der jetzige Kurs extremer Industrialisierung wird möglicherweise eines Tages zu einer Art Implosion führen. Wenn z. B. einige Seewege auf Grund von Veränderungen in den Meeren für die Schifffahrt unbrauchbar werden, werden ganze Systeme zusammenbrechen, Städte, die von der Versorgung über den Seeweg abhängig sind, werden keine Lebensmittel mehr bekommen. Unser Planet ist einfach nicht dazu in der Lage, all die Rohstoffe und Energien zur Verfügung zu stellen, die aus heutiger Sicht in Zukunft gebraucht werden, die gefördert und verarbeitet werden müssen. Außerdem müssen die Umwelt- und Klimaprobleme der zunehmenden Industrialisierung bewältigt werden. Das ist alles bekannt. Aber nur wenige Menschen wollen den dringenden Notwendigkeiten entsprechend jetzt anfangen zu handeln. Wir sind mit einer einmaligen und unbekannten Situation konfrontiert, mit dem Übergang vom "Kohlenwasserstoff-Zeitalter" zum "Nach-Kohlenwasserstoff-Zeitalter", was grundsätzliche Veränderungen in den Funktionsabläufen unserer Gesellschaften erfordert. Gerade weil es lange dauern kann, bis eine Gesellschaft ihre Wege grundsätzlich geändert hat, müssen wir unser Bewusstsein für diese Aufgaben schärfen und diese Themen mit der notwendigen Dringlichkeit jetzt angehen.
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