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DRITTER AKT Am Ufer des Nils. Granitfelsen, zwischen denen sich Palmbäume erheben. Rechts auf dem Rücken des Felsens der Isistempel, zur Hälfte im Laub verborgen. Nacht, Mondschein und Sternenglanz. CHOR O Göttin. die Osiris einst [im Tempel] Zum Leben liess erwarmen, In's Menschenherz die Flamme haucht Der Keuschheit fort und fort: Hilf, hilf uns voll Erbarmen, Der ew'gen Liebe Hort! [Amneris, Ramphis, einige dichtverschleierte Frauen und Leibwachen steigen aus einer Barke, welche am Ufer anlegt] RAM. Komm' in der Isis Tempel, wenige Stunden [zu Amn.] Vor deiner Hochzeit, erflehe Dir der Beistand der Göttin - Isis schauet In die Herzen der Menschen - jedes Geheimniss Hier im Weltkreis ist kund ihr. AMN. Ja, ich will flehen, dass Radamès mir schenke Sein ganzes Herz, wie ihm das meine Geweihet ist für immer. RAM. Zum Tempel! Du wirst beten, die Nacht durch, mit mir vereinet. [Alle treten in den Tempel, der Chor wiederholt das Gebet] AIDA [verschleiert, tritt vorsichtig ein] Bald kommt Radamès! Was wird er wollen? Ich bebe - Ach, wenn du kämest Zum Abschied, zum letzten Lebewohl, - Des Niles dunkle Tiefe wird Sodann mein Grab sein, Ruhe mir geben, Frieden und Vergessen. Azurne Bläue, heimatliche Lüfte, Wo hell der Morgen schien auf mich daher, O grüne Hügel, Strand voll Blumendüfte, Dich, mein Geburtsland, schau' ich nimmermehr. O kühles Thal, Asyl einst meinen Tagen, Das von der Liebe mir verheissen war, Der Liebe Traum, er ist zu Grab getragen, Lieb' Vaterland, ich seh' dich nimmermehr.
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