|
|
Which accounts for the phenomenon of “Ostalgia” during the first ten years of unification, a certain nostalgic sadness about the fact that not only had freedom (and secure pensions) been gained, but something had also been lost. In West Germany, with its established structures, its wealth, with people’s capability to plan their lives, this was hard to understand.
|
|
|
Überspitzt wäre es zwar zu sagen, dass sich die kulturellen Differenzen bis zur Unkenntlichkeit aufgelöst haben. Es war kein leichtes Beginnen. Der brain drain, die Abwanderung junger Leute aus Ostdeutschland, die Ausbildungs- und Berufschancen nachzogen, der Verlust von im Saldo mehr als zwei Millionen Menschen im Ost-West-Austausch, das Verschwinden von rund zwei Dritteln der gesamten DDR-Industrie, die explosionsartig steigende Arbeitslosigkeit, die Überführung der staatseigenen Betriebe mit Hilfe der „Treuhand“ in privaten Besitz (oder ihre endgültige Abwicklung) – das alles beschreibt ja harte, oft bittere Realität. Die breite Mehrheit der Bevölkerung im Osten, die den schnellen Beitritt herbeisehnte und auch den Eins-zu-eins-Umtausch der Mark wünschte, verlor beinahe über Nacht ihre Existenzsicherheit, ihre Jobs, musste umlernen und sich einstellen auf komplett neue Lebensverhältnisse. Darauf war es zurückzuführen, dass in den ersten zehn Jahren so etwas wie „Ostalgie“ einsetzte, eine gewisse Trauer darüber, nicht nur die Freiheit (und sichere Renten) gewonnen, sondern auch etwas verloren zu haben. Im Westen mit seinen gewachsenen Strukturen, seiner Wohlhabenheit, der Planbarkeit des eigenen Lebens, fiel es schwer, das nachzuempfinden. In dem Sinne war die „Mauer in den Köpfen“, von der lange Jahre die Rede war, vermutlich im Westen sogar noch höher als im Osten, wo der „Beitritt“ allmählich doch auch seine positive materielle Seite zeigte – zusätzlich zu dem Unbezahlbaren, der gewonnenen Freiheit.
|