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Wenn die Differenz unhintergehbar geworden ist, beginnen sich die Zwischenräume überall auszubreiten: im Bild, in der Rede, zwischen Bild und Bild, zwischen Bild und Ton. Der Handlanger-Diskurs wird, wie gesagt, nicht kritisiert, es wird ihm bloß etwas entgegengesetzt, das einen Zwischenraum zwischen beiden bewirkt: Wie am Ende des Ausschnitts etwa, wo davon die Rede ist, dass die Humanwissenschaften wieder zu einem politischen Instrument und einer militanten Wahrheit gemacht werden müssten, welche auf die Veränderbarkeit von Strukturen abzielt, und währenddessen gezeigt wird, dass es immer noch die Frauen sind, welche die Hausarbeit machen. Die Entgegensetzung, die einen Zwischenraum entstehen lässt, kann aber auch im Bild bzw. in der Rede selbst erscheinen: Das Problem, das zu analysieren Guillaume in derselben Sequenz vorgibt, wiederholt im Ergebnis nur die Position, von der die Analyse ausgegangen war: Am Beispiel des Kriegs in Vietnam lässt sich zeigen, dass der chinesische der wahre Kommunismus ist. Damit ist das Problem aber weder analysiert noch gelöst, sondern vielmehr bestätigt in seiner fortgesetzten Existenz als Problem, an das kein Buch oder kein Gedanke heranreicht: Das kleine rote Buch fungiert offenbar als eine Art Antwort, für die eine Frage erst noch gefunden werden muss.
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