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Ohne Zweifel hat ein Überfluss an Charismen immer die Geschichte der Kirche begleitet: Das biblische Zeugnis, sei es im Ersten wie Neuen Bund, erwähnt unzählige Episoden, in denen sich Gott durch besondere Visionen, wie Gotteserscheinungen und Engelserschein-ungen, sich offenbart; einige Bücher der Bibel, wie jene von Daniel und der Offenbarung, widmen einen guten Teil des Inhalts der Beschreibung von ekstatischen, mystischen Visionen. Auch viele Lebensabläufe von Heiligen sind durch außerordentliche, mystische Phänomene charakterisiert: man denke nur an die Wünstenväter, an den hl. Gregorius von Nissa, auf dem eine erste Erzählung einer marianischen Erscheinung zurückgeht (IV. Jahrh.), an die hl. Katherina von Siena, hl. Brigida und viele andere. Selbst der hl. Paulus verdankt seine Bekehrung einer Christophanie (d.h. Erscheinung des auferstandenen Christus). Jedenfalls fehlten auch unter den Heiligen nicht jene, die wie der hl. Johannes vom Kreuz - ein Heiliger!, ein Mystiker!, ein Kirchenlehrer!, Zeitgenosse der hl. Theresa von Avila (eine andere, große Mystikerin des XVI. Jahrh.) - immer ein offenes, beinahe feindliches Misstrauen gegenüber außerordentlichen Phänomenen , wie Erscheinungen und Eingebungen, an den Tag legten. In der Kirche haben sich stets unterschiedliche Stellungen die Stirn geboten, beide legitim, beide notwendig.
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