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Like sponges, we are full of pores and channels through which we maintain a constant flow of information to sustain our mental lives. Every query tells the story of a need, of a problem, of a difficulty, of a curiosity, of a concern, of a doubt, of a hope or a worry, of a wish or a desire, of an itch that needs to be scratched.
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IT-Technologien nutzen vor allem zwei Methoden, um uns zu identifizieren: über das, was wir im Internet suchen und über das, was wir im Internet teilen. Betrachten wir zuerst einmal die Internetsuche. Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal das Google Headquarter in Mountain View besichtigte, liefen dort auf unzähligen Monitoren in Echtzeit die gerade auf der ganzen Welt am häufigsten gesuchten Begriffe ab. Es war hypnotisierend. Und es machte mir klar, dass wir uns mehr durch das unterscheiden, was wir wollen, als durch das was wir haben. Wir sind wie Schwämme voller Poren und Kanäle, durch die ein ständiger Informationsfluss strömt, der unser geistiges Leben nährt. Jede Suche im Internet erzählt eine Geschichte von Bedürfnissen, Problemen, Schwierigkeiten, Neugierde, Sorgen, Zweifel, Hoffnung oder Befürchtung, Wünschen oder Begierden, von einem Drang, dem man nachgehen muss. Und diese Geschichte wird schnell zu einem identifizierbaren Individuum. Der deutsche Philosoph Ludwig Feuerbach (1804-1872) schrieb einst „Der Mensch ist, was er isst.“ – heute sind wir das, was wir googlen. Über einen längeren Zeitraum gesehen, zeichnen die Suchen im Internet die Konturen unserer Identität. Das gilt auch für jeden Online-Shopping-Vorgang, auf Amazon oder bei Apple, auf Expedia oder TripAdvisor, bei unserem Lieblings-Modeladen oder Supermarkt.
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