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Diese Form der künstlerischen Zusammenarbeit greift auf bekannte Strategien künstlerischer Produktion zurück: zum Einen auf die Idee der Kooperation, also dem gemeinsamen Erzeugen einer künstlerischen Arbeit, zum Anderen auf Verfahren, welche vorhandene Werke nutzen, um Kontexte oder bereits verhandelte Themen neu aufzugreifen und zu reflektieren. Die Idee der Kooperation wird von remixed jedoch unterlaufen, da es sich nicht um einen gemeinsamen - im Sinne eines zeitlich parallel laufenden oder inhaltlich abgestimmten - Arbeitsprozess handelt, sondern vielmehr um ein nacheinander geschaltes Arbeiten, bei dem das ursprüngliche Werk Gefahr läuft, übermalt, verfremdet oder unkenntlich gemacht zu werden. Das Projekt erinnert auch an Produktionsformen von Künstlern, die durch das Übermalen von Arbeiten die Idee der Verfremdung und Transformation eines Kunstwerkes angeregt haben. Stefan Schusters remixed treibt diesen Prozess weiter, indem er das Original liefert und zur Fortführung, zur Überarbeitung einlädt. Die Ergebnisse reichen von einer behutsamen Fortführung der abstrakten Struktur, über das Neben- oder Übereinander von Bildelementen bis hin zu figürlichen Ensembles, die lediglich die Dimension der Ausgangsform zum Anlass nehmen. Schusters Strategie provoziert Fragen bezüglich des Zerstörens oder Modifizierens eines bereits bestehenden Werkes, es regt auch an, Begriffe wie Original, Urheber- und Autorschaft zu überdenken. remixed steht somit in der Reihe von Projekten, in denen der Künstler sich auf ein künstlerisches Netzwerk bezieht. Führte er in den letzten Jahren diese Art von Austausch vor allem in Buchprojekten, so hat er seit 2007 begonnen, ihn auf Räume auszuweiten. In seiner leer geräumten Wohnung hat er letzten Herbst die dreitägige Ausstellung "pimp my walls" organisiert, bei der 48 KünstlerInnen mit jeweils einer Arbeit teilnahmen. Das einzige verbindende Element war dabei die Bekanntschaft mit dem Ausstellungsmacher. Dem Prinzip folgend hat er bei Sparwasser HQ in diesem Jahr zu der Ausstellung "Freunde und Bekannte" eine Vielzahl von Berliner KünstlerInnen geladen, deren Arbeiten er dann wiederum selbst in den Räumen inszenierte.
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