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A cultural policy offensive in the broadest sense: An education campaign which liberates the educational institutions from the misery of national budgetary constraints, a liberation of science and research from the imposition of only managing misery, a pan-European concept for promoting and conveying art in all fields, increased cultural exchange, radical expansion of the Erasmus and Leonardo programmes, but also exchanges for journalists such as offered here as part of the Young European Journalists Project in Potsdam – we don’t need any new European media, we need Europeans in the media.
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Gegen diese Kurzsichtigkeit hilft nur zweierlei, erstens: den Blick in die Zukunft unbeirrt und konsequent neu zu eröffnen, die Liebe des Citoyens zur Zukunft, seinem natürlichen Terrain, in dem er gestalten, gesellschaftlich und politisch partizipieren und sich verwirklichen will, neu zu entfachen. Nicht die Bilanz des nächsten Quartals ist entscheidend, sondern die unserer Lebenszeit: wird es uns gelingen, gemeinsame Rahmenbedingungen herzustellen, die nachhaltig Frieden, Rechtszustand, Lebenschancen für die größtmögliche Zahl auf unserem Kontinent garantieren, ein System, das nicht unausgesetzt in globaler Wirtschaftskonkurrenz hechelt, sondern zum Vorbild wird, dem die ganze Welt langfristig nacheifert? Und zweitens: eine Rückbesinnung auf die Grundidee des europäischen Einigungsprozesses, eine Rekonstruktion und konsequentere Umsetzung ihrer kulturpolitischen Dimension. Wenn schon eine Fiskalunion kurzfristig nicht möglich ist, wäre zunächst eine gemeinsame europäische Kulturpolitik die Möglichkeit, die Entscheidung zur notwendigen weiteren Vergemeinschaftung der europäischen Politik dort vorzubereiten, wo sie letztlich fallen muss: in den Köpfen und Herzen der Bürger. Eine kulturpolitische Offensive im weitesten Sinn: eine Bildungsoffensive, die die Bildungsinstitutionen aus der Misere nationaler Sparzwänge erlöst, eine Befreiung von Wissenschaft und Forschung aus der Zumutung, nur noch Misere zu verwalten, ein gesamteuropäisches Konzept zur Förderung und Vermittlung von Kunst aller Sparten, verstärkter Kulturaustausch, radikale Ausweitung von Erasmus- und Leonardo-Programm, aber auch Austausch von Journalisten, wie es hier beim Young European Journalists-Projekt in Potsdam geschieht – wir brauchen keine neuen europäischen Medien, wir brauchen Europäer in den Medien. Und wir brauchen Phantasie und Kreativität – dafür ist der diesjährige Preisträger des M100 Media Award, der Tänzer und Choreograph Erdem Gündüz, ein wunderbares Beispiel – , um friedlich den öffentlichen Raum zu erobern, den Anspruch auf politische Partizipation zu demonstrieren, und über nationale Grenzen hinauswirkende Diskussionen zu befördern, wie die neue gemeinsame Demokratie aussehen kann, die wir in Europa aufbauen müssen.
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