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IC: Das kommt ganz auf den Zyklus an, an dem ich jeweils arbeite. Was beispielsweise die Homonymesbetrifft, die sind gar nicht so komponiert, sondern eher aufgestapelt. Der Verzicht auf Komposition erlaubt es mir, meine Subjektivität oder wenigstens meine ‚Sensibilität’ weitgehend auszuschalten. So stehen kategorische Überlegungen anstelle von formalen oder stilistischen Gesichtspunkten im Vordergrund. Bei diesem Werk habe ich mir die ‚Stapel’ als ‚Haufen’ vorgestellt und folgte dabei einer eher funktionalen als einer ästhetischen Logik. Damit meine ich, dass beispielsweise die Abstände ausreichend gross sein mussten, damit die Techniker überhaupt die Güsse erstellen konnten; die Höhe der Gegenstände musste ebenfalls variiert werden, um möglichst viele Details sichtbar zu machen – und so weiter. Besonders wichtig war und ist für mich, dass die Güsse in einem einzigen Durchgang hergestellt werden. Der Prozess der Verfestigung, dieser Wechsel des Aggregatszustand, ist einmalig, unwiederholbar; die verwendeten Gegenstände werden zu einer einheitlichen Masse, zu ‚gezeichneten’ Formen, die aus einer formlosen Materie herauswachsen. Einen wichtigen Bezugspunkt bilden dabei die manieristischen Grotten des 16. Jahrhunderts, in denen Blumen- und Tierformen zu einer Masse gebildet sind, welche teils formlos bleibt oder vielmehr ihre ursprünglichen natürlichen Formen beibehält. Es gibt auch Grotten, in denen jede Steinfläche bearbeitet wurde, selbst diejenigen Teile, die eigentlich formlos beziehungsweise ‚natürlich’ bleiben sollten. Das Material und die Art und Weise, wie es verarbeitet wird, projiziert das Bild einer Verdinglichung, das heisst, des Todes – des Übergangs eines lebenden, animierten Körpers zum Objekt sprich zu einer Leiche.
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