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5. Man mag versucht sein, über die gegenwärtigen Dynamiken der Printveröffentlichung so nachzudenken, wie dies David Batterham mit seiner klugen und nur so hingeworfenen Bemerkung tut, wenn er behauptet, dass die meisten Buchhändler_innen ziemlich eigenartig seien, was, wie er meint, überhaupt nicht überraschend sei, „weil wir es alle geschafft haben, regulärere Arbeitsformen zu vermeiden oder diesen zu entwischen“ (2001: 7). Das Problem mit dieser Beobachtung ist lediglich, dass – während es einst möglich gewesen sein mag, „regulärere Arbeitsformen“ dadurch zu vermeiden, dass man bestimmte Formen literarischer und Publikationstätigkeit verfolgte – es heute vielmehr so scheint, als sei es die Arbeit, die sich uns entzieht, weil es in den Verlags- und Medienindustrien ganz allgemein nur noch eine geringe Zahl von ordentlich bezahlten Jobs gibt. Letztens diskutierte ich mit einem Freund, der für einen einigermaßen großen Verlag arbeitet und davon sprach, dass er fast vierzig sei, etwas arbeite, das dem, was er als seinen Traumjob bezeichnen würde, sehr nahekomme, dass er aber immer noch mit drei anderen gemeinsam eine Wohnung teilen und mit einem Einkommen sein Auslangen finden müsse, das eher einer studentischen Existenz entspreche als jemandem, der seit mehr als zehn Jahren in einem professionellen Job arbeite. Man könnte versucht sein, dies, wie es etwa Jaron Lanier (2013) tut, als Teil einer allgemeineren Demontage von Mittelklassejobs, insbesondere bei bestimmten Formen von Kulturarbeit und Medienproduktion, zu beschreiben, die auf die Auswirkungen der Netzwerktechnologien und -Arbeit zurückzuführen ist.
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