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Chemieunternehmen in Amerika müssen ihren Horizont erweitern, wenn sie die durch Schiefergas gewonnene günstige Energie und die Rohstoffe nutzen wollen. KPMG meint, die Firmen müssten umfangreich in Lieferketten, Auslandsvertrieb und Joint Ventures mit aufstrebenden Marktproduzenten weltweit investieren, damit sie ihre Produkte erfolgreich exportieren können. „US-amerikanische Unternehmen konzentrieren sich traditionellerweise auf den heimischen Markt, aber der ist in Amerika ausgereift und kann nicht alle zusätzlichen Kapazitäten auffangen, die auf uns zukommen“, so Paul Harnick, globaler COO von KPMG für die Bereich Chemicals and Performance Technologies. „Die echte Nachfragesteigerung bei chemischen Produkten wird nicht in den USA, sondern in Asien stattfinden.“ Paul Harnick sagt weiter, dass US-amerikanische Chemieunternehmen sorgfältig abwägen sollen, ob sie ihre Produktion in den USA ansiedeln, wo dies gerade günstig ist, während sie andererseits nah an den weltweiten Kunden sein sollen. „Das bleibt schwierig. Am erfolgreichsten werden jene Chemieunternehmen sein, die in Lieferketten investieren, damit sie die Produkte dorthin transportieren können, wo sie gebraucht werden“, fügt er hinzu. Doch das braucht Zeit.„Es kann ein langer und komplexer Prozess sein, bis Märkte in Schwellenländern sich für mehr Importe öffnen“, so Andrew Monro, Global Lead Partner für INEOS bei KPMG.„US-amerikanische Unternehmen müssen heute Maßnahmen ergreifen, um Absatzmärkte für Produkte zu sichern, die erst in vier oder fünf Jahren hergestellt werden.“2010 produzierten die USA 19 Prozent der Chemikalien weltweit im Wert von 689 Milliarden USD – mehr als irgendein anderes Land. Obwohl die Kapazitäten in den USA in Zukunft größer werden, geht man davon aus, dass China bis 2015 die USA als größter Chemieproduzent überholt haben wird.
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