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Die Postmoderne folgte nicht demselben Weg wie die Moderne. Es gab meines Wissens keine solchen ergänzenden Konzepte wie periphere, alternative oder subalterne Postmodernen. Doch die Leerstelle wurde bald durch die Materialisierung des Konzepts „Postkolonialismus“ gefüllt. Es ist interessant, dass der Ausgangspunkt des Postkolonialismus in England und den USA liegt, dass er demnach in Euro-Amerika und der englischsprachigen Welt entstanden ist und nicht in der Dritten Welt. Dennoch kamen die AkteurInnen, die ihn einführten, aus der nicht-europäischen Welt. Es wäre für britische, deutsche oder französische Intellektuelle tatsächlich schwer gewesen, das Konzept des „Postkolonialismus“ zu entwickeln – zwar nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die kolonialen Vermächtnisse, die in den Kolonien erfahrbar sind, nicht Teil des Lebens und Todes postmoderner und poststrukturalistischer TheoretikerInnen sind. Aus demselben Grund stehen Postmoderne und Poststrukturalismus für die Intellektuellen in Indien oder im Afrika südlich der Sahara (dem zweiten Bezugspunkt des Postkolonialismus) nicht im Zentrum. Die Arbeiten von Ashis Nandy oder Vandana Shiva in Indien sind eher ein Ausdruck von dekolonialem Denken als von postkolonialer Theorie. Paulin J. Hountondji und Kwasi Wiredu stehen dem Vermächtnis der Dekolonialisierung näher als dem Postkolonialismus. Der Aymara Patzi Paco in Bolivien oder Lewis Gordon in Jamaica und den USA argumentieren mit dekolonialen statt postkolonialen Begriffen. Da der Ausgangspunkt des Postkolonialismus vor allem in England und den USA zu finden ist, und die HauptakteurInnen, wie Arif Dirlik sagen würde, Intellektuelle der Dritten Welt sind, fällt es den europäischen Intellektuellen leichter, den Postkolonialismus zu billigen (wie etwa in Deutschland), als das dekoloniale Denken. Das dekoloniale Denken ist, wie gesagt, der Haut und der geohistorischen Verortung der MigrantInnen aus der Dritten Welt ähnlicher als der Haut der „eingeborenen EuropäerInnen“ aus der Ersten Welt. Nichts hält einen weißen Körper in Westeuropa davon ab, wahrzunehmen, wie sich die Kolonialität auf nicht-europäische Körper auswirkt, doch ein solches Verständnis wäre rational und intellektuell und würde nicht auf Erfahrung beruhen. Für einen weißen europäischen Körper bedeutet das dekoloniale Denken daher, etwas herzugeben, so wie ein von kolonialen Geschichten gestalteter farbiger Körper etwas hergeben muss, wenn er postm
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