|
|
“They had wild space,” wrote Hesse of her drawings to Sol LeWitt in 1963, “Formal principles are understandable and understood. It is the immense unknown that is both my starting point and my goal.” In 1964 the artist accompanied her husband, the sculptor Tom Doyle, to Germany, the country of her birth, where the textile factory owner F. Arnhard Scheidt had placed a studio at Doyle’s disposal.
|
|
|
1963, im Jahr ihrer ersten Einzelausstellung in der New Yorker Allan Stone Gallery, arbeitet Eva Hesse an nervösen, spannungsgeladenen Zeichnungen. Wohin die Energie strömt, bleibt offen. Das intensiv malerische und zeichnerische Werk formuliert bereits früh, was zur herausragenden Qualität der Arbeit wird: das Aufbrechen ästhetischer Einheit. „Sie hatten wilden Raum”, schrieb Hesse etwa Sol LeWitt über ihre Zeichnungen von 1963, „die formalen Prinzipien sind verständlich und verstanden. Es ist die unbekannte Größe, von der ich ausgehen und zu der ich gelangen will.” 1964 begleitet die Künstlerin ihren Mann, den Bildhauer Tom Doyle, in ihr Herkunftsland Deutschland. Dort hatte der Textilfabrikant F. Arnhard Scheidt Doyle Atelierräume zur Verfügung gestellt, doch für Hesse führt die Reise zur Krise. Ihre Empfindungen angesichts der Rückkehr in die Heimat sind gemischt, die Probleme im persönlichen und künstlerischen Bereich verstärken sich. Erst 1965 entdeckt Hesse, noch in Deutschland, für ihre Kunst neue Materialien: Mit Latex, Fiberglas, Kunststoff und Gummi erlangt sie in raumgreifenden Installationen den künstlerischen Durchbruch. Daran mag auch die tragische, später mystisch verklärte Lebensgeschichte der Künstlerin ihren Anteil haben, denn Hesse, die mit ihrer jüdischen Familie als Dreijährige von Hamburg über Amsterdam nach New York emigrierte, erlebte als Zehnjährige den Selbstmord der Mutter. Erst 34 Jahre alt, starb sie 1970 an einem Gehirntumor.
|