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Wenn Anke Hahnenkamp nachmittags für ihre Kinder (zwei, vier und acht Jahre) da ist, geben ganz andere Dinge den Takt vor, „was im Labor ist, vergesse ich in der Zeit“, erzählt sie. Genauso lässt sie morgens, wenn sie aus dem Haus geht, den Kinderalltag für ein paar Stunden hinter sich – beides bedeutet für sie in gewisser Weise Entspannung. Man merkt, dass sie mit diesem Gleichgewicht und mit ihrer Position im Labor sehr zufrieden ist. „Ich bin zu Hause Hauptverantwortliche, da muss ich es im Job nicht auch noch sein“, erklärt sie. Das übernimmt dafür ihr Ehemann, der Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des UKM ist. Mit einer vollen Stelle oder wenn sie habilitieren wollte, wäre ihr Leben nur noch Organisation, sagt sie. Stattdessen widmet sie sich lieber einem weiteren Steckenpferd: der Lehre. In ihrer Familie sind wirklich alle Lehrer – von den Eltern und Großeltern bis zu Onkeln und Tanten – und vielleicht hat sie von ihnen die gewisse Begabung, die man ihr auf didaktischem Gebiet nachsagt. „Ich selbst wollte aber nie Lehrerin werden, da habe ich mich strickt geweigert“, erzählt sie lachend. Doch die Chemie-Zusatzkurse, die sie für Medizinstudenten im 1. Semester gibt und mit denen sie ihnen durch die ersten Klausuren hilft, machen ihr Spaß. Als sie vor einigen Jahren durch Zufall mit dem Studiendekan der Medizinischen Fakultät Bernd Marschall ins Gespräch kam und der ihre Vita hörte, ahnte er wohl, dass sie genau die richtige für diesen Job ist. „Man muss den Studenten vermitteln können, wofür sie als Mediziner Chemie brauchen und wissen, wie viel sie davon brauchen“, erklärt sie. Auch hier ist ihre Multidisziplinarität genau das, was gefragt ist.
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