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Foucault findet einen Weg, von „ursprünglicher Freiheit" zu reden, und ich nehme an, dass er diese Worte mit großem Vergnügen ausspricht, mit Lust und Angst. Er spricht sie aus, aber wie in einer Inszenierung dieser Worte, bei der er sich von einer ontologischen Verpflichtung frei macht und zugleich diese Worte selbst für einen bestimmten Gebrauch freigibt. Bezieht er sich hier auf ursprüngliche Freiheit? Sucht er Zuflucht bei Ihr? Hat er die Quelle ursprünglicher Freiheit gefunden und daraus getrunken? Oder setzt er sie, erwähnt er sie, verwendet er sie, ohne sie wirklich zu verwenden? Führt er sie an, damit wir ihre Resonanzen noch einmal durchleben und ihre Kraft erkennen? Die Inszenierung eines Wortes ist nicht dessen Aussage, aber wir könnten sagen, dass die Aussage, mit List inszeniert, einer ontologischen Suspension unterworfen wird, sodass sie ausgesprochen werden kann. Und wir könnten sagen, dass dieser Sprechakt den Ausdruck "ursprüngliche Freiheit" vorübergehend von der epistemischen Politik befreit, in der er lebt, und zugleich eine gewisse Entunterwerfung des Subjekts innerhalb der Politik der Wahrheit vollzieht. Denn wenn man so spricht, ist man zugleich erfasst und befreit von den Worten, die man nichtsdestoweniger spricht. Natürlich ist Politik nicht einfach eine Sache des Sprechens, und ich will sicher nicht Aristoteles in Foucaultscher Form rehabilitieren (obwohl ich zugebe, dass ich das verführerisch fände, und ich will diesen Schritt hier als Möglichkeit anführen, ohne mich selbst gleich darauf einzulassen). In dieser sprachlichen Geste gegen Schluss seines Vortrags kommt exemplarisch eine gewisse Freiheit zum Ausdruck, und zwar nicht durch den bloßen Hinweis auf den Begriff ohne weitere Begründung, sondern durch den kunstvollen Vollzug seiner Loslösung aus seinen gewöhnlichen diskursiven Zwängen, von der Einbildung, dass man ihn nur aussprechen sollte, wenn man schon weiß, wie er zu verankern ist.
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