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Die Körperhülle von Memory wird zurzeit von Schiffsbauern in Holland aus Cor-Ten Stahl gefertigt, einem Material, das ich sonst eher mit dem amerikanischen Giganto-Bildhauer Richard Serra in Verbindung bringe. Ist dies etwa eine ganz bewusste Abkehr von Kapoors Signatur, den makellos hoch polierten Edelstahl-Arbeiten? "Das ist keine Abkehr. Die Werke wurden schon immer aus ganz unterschiedlichen Materialien hergestellt, aus Wachs zum Beispiel, und das ist ebenfalls ein unglaublich roher, formbarer Stoff. Ich habe unterschiedliche Formensprachen und ein Repertoire an Materialien, das ich ständig erweitere - das ist eine Welt, in der eine ganze Menge möglich ist." Die grobe Oberfläche von Kapoors Arbeit für das Deutsche Guggenheim entsteht durch eine leuchtend orange Rostschicht, die der Stahl unter dem Einfluss von Wind und Wetter gebildet hat. Als ich frage, ob das etwas mit dem Titel zu tun hat und ob er darauf anspielt, dass das Material sich mit der Zeit eine Art Gedächtnis aneignet, verneint Kaapor: "Nein, das ist nur verrostetes Material. Wichtig ist, dass es sich hier um etwas beinahe Maßgefertigtes handelt, um etwas, das wie ein Schiff oder ein Hochdruckkessel fabriziert wurde, dessen Außenskelett passgenau, Stück für Stück zusammen gesetzt ist." Die Bedeutung dieser Außenhülle für das Innere der Skulptur wird noch deutlicher, als Kapoor bemerkt: "Ich hoffe, dass die Rostschicht monochromatisch genug wird, dass sie immateriell wirkt, dann muss ich das Innere nicht anstreichen."
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