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Ich gehe jetzt immer von diesem urbanen, westlichen bolo aus bei uns. Ich schreibe nicht anderen Men-schen vor, wie sie sich zu organisieren hätten. Ich nehme einfach die Schweiz als Beispiel, aber es funkti-oniert in ganz Westeuropa so. Wie organisiert man jetzt die Landwirtschaft im Verhältnis zu diesen urba-nen Gebilden? Mein Vorschlag und auch der von vielen Leuten, die das studiert haben, Ökologen und Agronomen, wäre ja der, dass man sagt: In Westeuropa braucht man zur Nahrungsversorgung von so einem bolo etwa 90 ha Land von der Art, wie wir es hier haben. Wenn man jetzt so eine mittelgroße Stadt wie Zürich nimmt, dann befinden sich diese 90 ha Land in einem Umkreis von vielleicht 30 km um die Stadt, die hätten da Platz. Die gibt es auch jetzt noch, wenn man nicht weiter alles verbaut und zu-pflastert. Und dann könnte man, rein schematisch gesehen, jedem bolo einen Bauernhof von 90 ha zu-ordnen. Das ist relativ großzügig gerechnet, weil in der Schweiz sind die Bauernhöfe im Schnitt nur 15 ha groß, in Österreich vielleicht ein bisschen mehr. Relativ große Einheiten heißt ja nicht, dass man dann relativ große Flächen bebauen muss. Das wären ja in sich sehr vielfältige Gebilde, wo man von Kartoffeln bis zur Milchproduktion alles herstellen könnte. Dann hätte man eine ziemlich gute ökologische Effizienz, weil es müsste nur einmal pro Woche ein kleiner Lastwagen - oder vielleicht sogar ein Bahnwagen - zwi-schen diesem Landteil und dem Stadtteil hin- und herfahren. Im Rücktransport könnten die Kompost und alle Gebinde wieder mitnehmen. Da könnte man ein System entwickeln, dass die Leute, die im bolo woh-nen, auch auf ihrem Landteil arbeiten können. Das wäre viel effizienter als die heutige Versorgung mit Supermarktketten, weil dort haben wir eine ganze Reihe von Zwischentransporten, in Verteilzentren, und dann wieder in die Supermärkte, und dann muss ich erst noch zum Supermarkt. Hier wäre jedes bolo in sich ein Supermarkt mit einem diversifizierten Landteil, der groß genug ist, um ihn ökonomisch zu be-wirtschaften. Man kann nicht mehr unsere heutige Landwirtschaft betreiben, weil die funktioniert ja nur mit einem riesigen Input von Öl und Chemie und anderen Sachen. Man müsste eine biologische Misch-wirtschaft betreiben, bei der man verschiedene Pflanzen auf der gleichen Fläche kombiniert, sodass sie sich gegenseitig düngen. Nicht diese großen, monotonen Felder, das würde nicht mehr funktionieren. Aber diese Mischwirtschaft bedingt - aber das ist eigentlic
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