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Die Rating-Agenturen sollten ihre Ratings verbessern und das Beratergeschäft anderen überlassen. Der Interessenskonflikt der Rating-Agenturen, die von den Emittenten der von ihnen bewerteten Papiere bezahlt werden, muss beigelegt werden, ohne neue Interessenskonflikte heraufzubeschwören. Eine Möglichkeit wäre, dass sie von den Anlegern bezahlt werden. Die Finanzaufsicht sollte die Qualität der Ratings im Nachhinein überprüfen, indem sie z.B. die Anfangsratings mit den späteren Ausfällen statistisch vergleicht (Issing-Komitee, 2008). Ein Rating, das an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden ist, kann man nicht als eine Konstante verkaufen, die unter allen Umständen gleich bleibt. Deswegen muss die Rolle, die Ratings in rechtlichen Rahmenwerken wie Basel II spielen, revidiert werden. Auch die Aufsichtsbehörden sollten sich nicht automatisch auf Ratings verlassen. Finanzinstitute von systemischer Bedeutung sollten grundsätzlich der Aufsicht unterworfen werden. Das gilt auch für bankeneigene Investmentfonds, die Finanzressorts von Versicherungsfirmen und zum Teil auch für Hedgefonds, das heißt für Schattenbanken. Finanzinstitute sollten grundsätzlich ihr Risiko offen legen; dazu müssten die aufsichtführenden Stellen entsprechende Anforderungen formulieren. Das Risiko, das neue Finanzprodukte mit sich bringen, sollte deutlich dargelegt werden. Derivative müssen transparent werden. Ein Clearing-Verfahren für Derivative und Hedgefonds muss eingerichtet werden, möglicherweise über eine Branchenvereinbarung (Draghi, 2008). Offshore-Märkte, die nicht an die Regeln gebunden sind, sind risikoträchtiger. Weiterhin vorgeschlagen wurden ein Kreditregister, damit sich die Finanzbehörden über den Kreditumlauf informieren können, sowie eine Risikokarte der Welt, die leicht erkennbar zeigt, wo Risiken sich häufen (Issing-Komitee, 2008). Es wird noch darüber debattiert, welche neuen Finanzprodukte die Aufsichtsbehörden verbieten sollen, wie zum Beispiel Leerverkäufe in bestimmten Bereichen. Der Ansatz, neue Finanzprodukte zu zertifizieren, könnte sich als bürokratisch erweisen. Ganz allgemein jedoch sollte sich der Finanzsektor nicht zu weit von der realen Wirtschaft absetzen. Es ist noch offen, wie die Finanzbranche auf die neuen Regeln reagieren wird (Smith und Walter, 2008).
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