|
|
ZWEITE SCENE Vor einem Thore Thebens. Links von einer Gruppe von Palmen der Tempel des Ammon, rechts ein Thron unter einem Baldachin von Purpur. Im Hintergrunde eine Ehrenpforte. Volk. Der König, in seinem Gefolge Minister, Priester, Hauptleute, Wedelträger, Wappenträger, u. a. Hierauf Amneris mit Aida und Sclavinnen. Der König nimmt auf dem Throne Platz, Amneris zu seiner Linken. VOLK Heil der Egypten, Isis Heil, Die unser Land beschützet; Des heil'gen Delta's König Ertöne Festgesang, Komm', Krieger, unser Rächer du, Die Lust mit uns zu theilen; Wir streuen Blumen und Lorbeern Auf uns'rer Helden Gang. FRAUEN Der Lotos wind' zum Lorbeer Ins Haar sich der Befreier, Ein duft'ger Blumenschreier Schmück' ihre Waffen hold. Zum Tanz! Egyptens Mädchen, tanzt Die alte Zauberweise, Wie um die Sonn' im Kreise Das Chor der Sterne rollt. PRIESTER Empor dem Blick zu denen auf, Die krönen und zerschmettern, Bringt Dank, bringt Dank den Göttern An euren Siegestag. [Die egyptischen Krieger zichen unter Musikbegleitung am König vorüber, ihnen folgen die Kriegswagen, die Wappen, die heiligen Gefässe und Götterbilder, ferner eine Schaar Tänzerinnen, welche die Schätze der Besiegten tragen, zuletzt Radamès unter einem von zwölf Officieren getragenen Thronhimmel]. KÖNIG [steigt vom Throne, um Radamès zu umarmen] Dir Dank und Gruss, du Retter dieses Landes, Komm', meine Tochter soll mit eig'nen Händen Den Kranz dir überreichen. [Radamès neigt sich vor Amneris, welche ihm den Kranz überreicht] KÖNIG [zu Radamès] Verlang' an diesem Tage Was du auch mögest, nichts sei dir verweigert In dieser Stunde, ich schwör es Bei meiner Königskrone, bei den heil'gen Göttern. RAD. Erlaub' zuvor, dass die Gefang'nen seien Dir vorgeführt. [die äthiopischen Gefangnen nahen, von Wachen begleitet, zuletzt Amonasro in Officierskleidung] AIDA Himmel, er ist's, mein Vater! ALLE Ihr Vater! AMN. In unsern Händen! - AIDA [ihren Vater umarmend] Du Gefangener?! AMON. [leise zu Aida] Still, kein Wort. KÖNIG [zu Amonasro] Tritt näher - Also du bist? - AMON. Ihr Vater - ich hab' gekämpft - Wir unterlagen, ich sucht' umsonst den Tod. [auf sein Kriegergewand deutend] Dies Gewand, das ich trage, bezeuge, Dass für den König mein Schwert ich gezogen. Doch das Schicksal nicht war uns gewogen, Ach, umsonst war der Tapferen Muth. Vor mir im Staube erlag der König, Hingestreckt von den feindlichen Hieben. - Wenn es Verbrechen sein Vaterland lieben, Büssen die Schuld wir gern mit dem Blut. [in bittendem Tone zum König
|