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It is a book whose features are initially puzzling: a two-column note- or sketchbook of 456 thin paper pages, the text blocks whose design are perhaps supposed to be reminiscent of single film frames, appear to be surrounded in mourning black, the chapter headings written in the author’s clumsy handwriting, and finally, the title typography makes one think of Lawrence Weiner or Christopher Wool; one thinks of an easy-read as being different to this.
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Das ist ein Buch, dessen Ausstattung zunächst verblüfft: Ein doppelspaltig gesetztes Notiz- oder Skizzenbuch, 456 Seiten auf dünnem Papier, die Textblöcke, deren Gestaltung vielleicht an Film-Einzelbilder gemahnen soll, erscheinen trauerumrandet, die Kapitelüberschriften sind in ungelenker Handschrift des Autors geschrieben; die Titeltypografie schließlich lässt an Lawrence Weiner oder Christopher Wool denken: eine leichtvergnügliche Lektüre stellt man sich anders vor. Doch – was eingängig ist, wird oft auch schnell vergessen, und das wäre bei diesem Inhalt ein Verlust. Denn die Aufzeichnungen des 93-jährigen, aus Litauen stammenden US-amerikanischen Autoren Jonas Mekas sind ein Epochenüberblick zur non-konformistischen New Yorker Kultur vor allem der 1950er bis 1970er-Jahre mit den Schwerpunkten Film und Performance. Dazu kommen Berichte über seinerzeit neue Poesieströmungen am Beispiel des deutschen Sprachspielers Schuldt oder des Foto-Zeichner-Malers Peter Beard, dazu Ungefiltertes über mittlerweile der Kritik enthobene Gestalter wie Charles Eames und Saul Bass, deren auf der New Yorker Weltausstellung 1964 gezeigten Filme Mekas sarkastisch beschreibt: „An audiovisual lesson about information is being collected […]; it teaches absolutely nothing. Uses at least six motion-picture projectors, four or five slide projectors, […]. A very busy performance confused, overcrowded, perfectly unfunctional, and, I would dare to say, silly“ [Ein Text-Bild-Vortrag über Informationsverarbeitung – nichts wird erklärt. Mindestens sechs Filmprojektoren werden verwendet, dazu vier oder fünf Diaprojektoren. Eine sehr angestrengte Darbietung, ziemlich durcheinander, überladen, vollständig funktionslos, ich möchte behaupten, lächerlich] heißt es da über Eames’ „Information Machine“ für IBM und über Saul Bass’ „From Here to There für Untited Airlines: „People saying goodbye; babies smiling; kisses, more kisses; […] more kisses; more babies smiling.“ [Menschen sagen Auf Wiedersehen, Babys lachen, Küsse, mehr Küsse, mehr Küsse, mehr Babys lachen]. So also wurde die Arbeit der jetzigen Säulenheiligen des amerikanischen Modernismus’ zeitgenössisch wahrgenommen. Erschienen ist die leider nur in der Originalsprache verlegte Sammlung bei Spector Books, einem Verlag, dessen Programm mit Faksimiles, wichtigen Katalogen und Entdeckungen zu Grafik, Architektur, Design und Kunst einige Ähnlichkeiten – bis hin zu der Praxis, eben immer mehr nur auf Englisch zu veröffentlichen – mit Lars
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