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Eine dritte Form des Austausches würde ich auf höherer Ebene sehen, das nenne ich die so genannten Nachbarschafts- oder Stadtmagazine. Das kann man als Sozialismus oder Kommunismus bezeichnen. Die bolos einer Stadt zusammen brauchen ja Güter, die sie nicht selber herstellen können und auch nur sel-ten brauchen. Die haben z. B. zusammen ein zentrales Baumaschinenlager, und wenn sie eine Bauma-schine brauchen, dann holen sie diese dort. Das wären dann kommunale Dienste, wie wir sie heute auch haben, Wasser, Elektrizität und auch bestimmte Güter wie Salz oder Zucker, die in großen Mengen anfal-len und irgendwie gemeinsam produziert werden müssen. Die könnte man dann gratis verteilen, weil sowieso alle gleich viel davon brauchen. Das wäre ja heute schon möglich. Das würde ich jetzt mal als Sozialismus bezeichnen, oder sogar als Kommunismus: Jeder nimmt, was er braucht und man produziert, was man kann. Dann gäbe es natürlich die Variante des Tausches mit Geld, der kommt durchaus vor. Geld finde ich wichtig für Güter, die man selten braucht und die sehr speziell und individuell zugeschnit-ten sind. Am besten funktioniert das auch auf Quartier-, Stadtteil-, Dorf- oder Stadtebene, dass man effektiv Märkte oder Basare hat, wo so Sachen wie Schmuck, Kleider, CDs, Kunstgegenstände, spezielle Substanzen, Drogen, Kosmetikprodukte, alle interessanten Sachen, dann von verschiedenen Leuten ge-bracht werden. Vielleicht sind das dann Mitglieder von bolos oder wandernde Händler, und dort hat man dann Geld. Was für eine Währung, das spielt eigentlich keine große Rolle, das kann eine lokale Währung sein oder ein globaler Dollar oder Kreditkarten, wenn man Lust hat. Das spielt ja keine Rolle, das Geld ist ja nicht als Gegenstand gefährlich. Ich würde sagen, Geld ist dann ein Problem, wenn es eine Eigendy-namik entwickeln kann in einem existenziellen Bereich, wie z. B. bei der Nahrungsmittelversorgung.
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