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Bruyants et bigarrés l’été, incolores et languissants l’hiver: les êtres qui déambulent dans les ruelles sous les brumes de novembre sont vêtus, à de rares exceptions près, de noir et de gris. Seule tache de couleur, la carriole chargée d’oranges et de grenades du marchand de jus débouche d’une venelle; une injection de vitamines fraîchement pressées coûte une livre turque (70 centimes).
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Bunt und laut im Sommer, farblos und wehmütig in den Wintermonaten: Die Menschen, die im trüben November durch die Gassen schlendern, tragen bis auf wenige Ausnahmen Schwarz und Grau. Farbe ins Leben kommt, wenn unvermittelt ein «Saftmann» mit einem Wagen voller praller Orangen und Granatäpfel um die Ecke biegt und einem für eine türkische Lira (rund 70 Rappen) eine frisch gepresste Vitaminspritze in die Hand drückt. Wer auf der Stadtexkursion kalte Füsse kriegt, ist mit einem Sahlep gut bedient, einem heissen, süssen Getränk, das aus pulverisierten Orchideenknollen, Milch und Zucker gerührt wird. Ein Trunk, auf den vor allem die älteren Istanbuler im Winter schwören, ist Boza, ein dickflüssiger Mix aus Bulgur, Zimt, Vanilleschoten, Wasser, Mehl, Jogurt, Hefe und Zucker. Im «Vefa Bozacisi», dem berühmtesten und ältesten Boza-Lokal der Metropole, bezeugt ein Silberbecher, dass sich bereits Staatsgründer Atatürk an diesem Tresen mit Bulgursaft stärkte. An einem Tisch genehmigen sich zwei Damen gerade je zwei Gläser des vielleicht ältesten Energydrinks der Geschichte. Ungeübte Mitteleuropäer fühlen sich schon mit der halben Menge im Magen bestens gesättigt, das jedoch auf eine angenehm anregende Weise.
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