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Das Hornquartett ist eine junge Kammermusikbesetzung, für die Komponisten erst seit hundert Jahren Werke geschaffen haben. Meist wurden die Originalwerke von Hornisten geschrieben oder Interpreten gewidmet, die den Komponisten persönlich bekannt waren. In der Schweiz war das Horn lange Zeit ein rares Instrument, das man an den Berufsabteilungen der Konservatorien nicht studieren konnte. Daher erstaunt es nicht, dass hier bis Mitte des 20. Jahrhunderts nur wenige Hornquartette komponiert wurden. Den Anstoss zur Komposition mehrerer Werke gab seit den 50er Jahren der Solohornist des Orchestre de la Suisse Romande, Edmond Leloir (1912-2003). Für sein Quatuor Leloir wurden Werke von Erik Székely, Alphonse Roy, Julien-François Zbinden, Carlo Florindo Semini, Bernard Reichel und Renato Grisoni komponiert. Das 1983 gegründete Dauprat-Hornquartett, benannt nach dem französischen Hornvirtuosen Louis-François Dauprat (1781-1868), besteht aus Peter Bromig, Solohornist des SWR-Sinfonieorchesters, Olivier Darbellay, Solohornist des Berner Symphonieorchesters, Daniel Lienhard, tiefer Hornist im Berner Symphonieorchester und Jörg Dusemund, tiefer Hornist in der Badischen Staatskapelle. Das Quartett hat sich zum Ziel gesetzt, Werke für vier Hörner aus allen Stilbereichen aufzuführen. In verschiedenen Ländern hat das Dauprat-Hornquartett Rundfunkproduktionen eingespielt, Konzerte gab es unter anderem in Berlin, Wien, Prag, Paris, und Venedig.
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