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Rund um das Brünnsteinhaus wird seit Jahrhunderten Almwirtschaft betrieben. Die mindestens 400 Jahre und älteren Almen (Fellalm, Unterbergalmen, Steilneralmen, Himmelmoosalmen und Seeonalm) sind keine Genossenschaftsalmen, sondern kleine private Almgemeinschaften. Sie sind in den Monaten Juni bis September bewirtschaftet; auf der Fellalm werden noch Käse und Butter produziert und verkauft. Nachdem in der Almwirtschaft kein Kunstdünger mehr eingebracht werden darf, hat sich die Pflanzenwelt wieder erholt und zeigt sich heute in ihrer ganzen Vielfalt. Besonders erwähnenswert ist der alte, ausgedehnte Lärchen-Bestand zwischen Himmelmoos- und Seeonalm. Auch die Fauna ist artenreich: Es kommen beispielsweise Steinadler, Berghahn, Auerhahn, Steinböcke, Gämsen, Rehe, Hirsche und Schneehasen vor. Das Traithen- und Brünnsteingebiet besteht hauptsächlich aus Kalkgestein und man finden hier (besonders auf den Kalkplateaus im flachen Almbereich) sehr oft Dolinen, eine typische Geländeform des Karstes. Dolinen entstehen durch Lösungsverwitterung und sind in der Landschaft als große „Löcher“, oder mit Wasser gefüllt als kleine Tümpel oder, wie an der Seeonalm, als Dolinensee zu sehen. Ihr Durchmesser kann von wenigen Metern bis zu Hunderten von Metern reichen, auch die Tiefe dieser Hohlformen variiert stark. Unterschieden werden Lösungs- und Einsturzdolinen, letztere entstehen durch den Einbruch einer Höhlendecke. Das ganze Gebiet der Bayerischen Voralpen ist ein viel besuchtes Naherholungs- und Fremdenverkehrsgebiet und durch Straßen, Wanderwege und Seilbahnen sehr gut erschlossen. Zum Brünnstein- und Rotwandgebiet pilgern an schönen Sommer- und Herbstwochenenden Dutzende Erholungssuchende, davon viele Familien aus den nah gelegenen Städten München und Rosenheim. Dies verwundert nicht, kann man doch von den Gipfeln der Bayerischen Voralpen, die Teil der nördlichen Kalkalpen sind, bei klarer Sicht ein traumhaftes Alpenpanorama genießen. Es reicht im Süden bis zu den vergletscherten Zentralalpen und im Norden über das ganze Alpenvorland. Unterhalb der weitläufigen Almgebiete, welche die Gipfel umschließen, stehen dichte Wälder mit einem hohen Reichtum an Wild, vom Kleingetier bis zum Rot- und Gamswild.
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