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Diese Art von Debatten und Fragen gab es, ja, aber sie wurden von jenen Personen geführt bzw. aufgeworfen, die das immer machen, jede Nacht und jeden Tag. Im Moment der Aufstände hat sich das intensiviert. Ich selbst habe alles als eine Art großes Spiel erlebt: Wer wird als Erstes auftauchen und die öffentliche Meinung zu beeinflussen versuchen, und mit welchem Mittel? Aber ist es auch zu großen öffentlichen, nationalen Debatten über die Frage der Medien gekommen? Wurde darüber geredet, wie man mit den Banlieues umgeht und dass die Polizei Jugendliche jagt? Diese Fragen wurden nur nach und nach aufgeworfen; die Leute wurden eingeschläfert, indem man ihnen Feuer-Bilder gezeigt hat; Bilder mit brennenden Mistkübeln und mit Polizisten, die sich aufführen als wären sie im Krieg, gefolgt von einer Gruppe von Medienleuten, die alles filmen und die auch mit Steinen beworfen werden. Das ist es, was gezeigt wurde. Ich denke also, da hätte es zu einem Nachdenken kommen müssen: ein Nachdenken über die Frage der Polizei, darüber, ob man einen Jugendlichen auf einem Moped, der keinen Helm trägt, verfolgen muss. Junge Leute jagen, die etwas anstellen und sich dann in einem Generatorhaus verstecken, das scheint mir doch irgendwie verrückt.[2] Diese Art von Fragen wurden also nicht adressiert, weil das bedeutet hätte, die nationale Polizei in Frage zu stellen, das heißt, den Staat und gleichzeitig – einen Fehler zuzugeben. Es gibt Polizisten, die solche Sachen machen; einige von ihnen wurden verurteilt, andere freigesprochen. Das ist eine Beleidung, wenn man derartiges drei Minuten, drei Sekunden in einem Nachrichtenflash zeigt. Also, nein, es gab weder wirkliche Debatten noch Zeit und Positionierungen um Fragen dieser Art zu diskutieren.
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