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Ich denke, dass die Dinge im kollektiven Unbewussten weitergetragen werden, und zwar ebenso sehr unter den Afrikaner_innen wie in den Aufnahmeländern oder in Frankreich. Aber es sind nicht nur Französ_innen, die in der Pariser Region mit Afrikaner_innen in Beziehung treten, sondern Leute aus der ganzen Welt. Es ist interessant, wie wir mit Actes de Parole dazu gekommen sind, über die Sklaverei zu sprechen – bzw. die Abschaffung der Sklaverei zu feiern. Das hatte vor allem damit zu tun, dass wir auf Kinder von den Antillen trafen, die uns vom Code Noir erzählt haben. Und wir, wir wussten nicht, was der Code Noir war, und haben uns deshalb im Internet auf die Suche gemacht und herausgefunden, dass es sich dabei um den Code Colbert handelt. Nun wussten wir zwar, dass es einen Code Colbert gab, aber wir wussten dennoch nicht, dass das ein Gesetzeswerk zur Sklavenwirtschaft war, das den Status der Sklav_innen definierte – genau dafür war dieses Gesetz ausdrücklich geschaffen worden. Das hat uns dann ein bisschen die Kehle zusammengeschnürt, das konnten wir als Gesetz nicht schlucken. Ich weiß nicht, ob ihr diesen Text jemals gelesen habt. Was uns betrifft, so haben wir jedenfalls ein Jahr gebraucht, um ihn zu lesen und über unseren Zorn über die Geschichte hinwegzukommen, und auch um den Versuch zu unternehmen, bestimmte Dinge zu verstehen, die geschehen – auch in den Ausdrucksformen.
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