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Das Wort, das die Karriere einer Literaturübersetzerin am besten beschreibt, lautet wohl „unberechenbar“. Die wenigsten Übersetzer beginnen mit ihrer Tätigkeit in der Schule, wo sie üblicherweise Fremdsprachen lernen. Manche entdecken erst viel später, wo ihre Interessen (und vielleicht ihre Fähigkeiten) liegen. Und dann beginnt die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsgang. Zum Glück gibt es heute ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Ein analytisches Modell wie der PETRA-E-Rahmenplan kann natürlich nicht den individuellen Karrieren aller Literaturübersetzer gerecht werden, er ermöglicht Übersetzern, Ausbildungsgängen und Seminaranbietern aber einen Überblick. Der Rahmenplan versteht sich nicht als monolithisches Einheitsmodell, sondern möchte die ganze Vielfalt berücksichtigen, die auf dem Feld des Literaturübersetzens heute besteht. Verschiedene Nutzer sollen ihre jeweiligen Interessen und Bedürfnisse im Rahmenplan berücksichtigt finden. Potenzielle, nach Stufen differenzierte Szenarien könnten folgendermaßen aussehen: LÜ2 wäre eine Übersetzerin, die gerade die Universität verlassen hat und am Anfang ihrer Berufstätigkeit steht; sie hat einen ersten Abschluss in modernen Sprachen, ihren Magister in Literaturübersetzen abgelegt und überlegt sich jetzt die nächsten Schritte für den Einstieg ins Berufsleben. Ein LÜ3-Übersetzer hat sich gegen eine akademische Ausbildung entschieden (ist vielleicht zweisprachig und ‚zufällig’ zum Literaturübersetzen gekommen), kann aber schon erste Publikationen vorweisen und ist auf der Suche nach beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten (typischerweise ein Teilnehmer an Sommerkursen oder Übersetzungs-Workshops in außerakademischen Institutionen). LÜ4 würde eine erfahrene Übersetzerin beschreiben, die bereits junge Kollegen ausbildet und Kurse entwickelt, aber auch überlegt, in welche Richtungen sie ihre eigenen Kompetenzen erweitern könnte, um LÜ5 zu erreichen.
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