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Der Film gewinnt an Komplexität, sobald Menschen auftauchen, die ihr Augenlicht verlieren oder gar nicht mehr sehen können. Ein Schauspielerpaar spricht über die immerwährende Nacht, die sie sehen. In einer Szene von einmaliger Schönheit, die zeigt, wie gemeinsame kreative Arbeit die Behinderung überwinden kann, malt eine Mutter mit ihrem sehenden Kind. Aus den Verbindungen zwischen den einzelnen Fragmenten, die auf den ersten Blick unzusammenhängend scheinen, entsteht allmählich ein kohärentes Bild. Denn dieser Film zeigt mit Hingabe die verschiedenen Gesichter der Welt, den Einfallsreichtum (Stiefel aus Filz), die Kultur (Theater) und unterschiedliche Stimmen (die nüchternen Gedanken der Menschen). Die Filmemacher haben ein Talent dafür, die Gegensätze zwischen hell und dunkel, Tag und Nacht, warm und kalt, Sommer und Winter, Innen und Aussen aufzuzeigen, ohne dabei in gängige Schemata zu verfallen. Indem sie einerseits verknüpfen und andererseits abgrenzen, regen sie vielmehr Überlegungen über unsere Eigenwahrnehmung an, die aus uns einsame und zugleich miteinander verbundene Individuen macht: einsam wie die Bettlerin, die in einer endlosen Litanei in der Pariser Metro «für ihre Kinder» bittet; miteinander verbunden wie all die Menschen, die am Ende des Films gemeinsam in blendendes Licht eintauchen. Ohne ihn mit Symbolen oder Metaphern zu überladen, haben die Regisseure wie weltliche Priester hier einen Film geschaffen, der ohne Religion, aber doch mit einer Spur von Spiritualität, eine Andacht feiert."
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