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Unmittelbar danach jedoch, dort, wo Kant die Konsequenzen diskutiert, die aus dem Publizitätsprinzip für das Staatsrecht zu ziehen sind, taucht das Geheimnis ein zweites Mal auf, und hier erweist sich sein Verhältnis zur Gerechtigkeit als mehr denn zweideutig. Es geht um die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Tyrannensturzes, und Kant räumt ausdrücklich ein: "Die Rechte des Volks sind gekränkt, und ihm (dem Tyrannen) geschieht kein Unrecht durch die Entthronung; daran ist kein Zweifel."[13] Dennoch folgert Kant aus dem "transzendentalen Prinzip der Publizität des öffentlichen Rechts", dass jeder "Aufruhr" grundsätzlich im Unrecht sei, und zwar mit exakt demselben Argument, das er davor verwendet hatte – dass nämlich die Maxime des Aufruhrs notwendig verheimlicht werden müsste, um nicht dessen eigene Absicht unmöglich zu machen. In Bezug auf das seinerseits ungerecht handelnde "Staatsoberhaupt" wiederum reduziert er dieses Argument hier jedoch interessanterweise auf die einzige Frage seiner Machterhaltung; dieses nämlich "kann frei heraus sagen, dass er jeden Aufruhr mit dem Tode der Rädelsführer bestrafen werde, diese mögen auch immer glauben, er habe seinerseits das Fundamentalgesetz zuerst übertreten"[14]. Kant, der die Betrachtung, wie wir gesehen haben, selbst mit der Rede von den gekränkten Rechten des Volks begonnen hatte, nimmt dadurch jedoch ein folgenreiches Problem in Kauf, das im Grunde seine ganze These vom "Prinzip der Publizität" als Garant der Einhelligkeit von Politik und Moral durchkreuzt: Die Publizität des Rechtsanspruchs verbürgt hier nämlich keineswegs die Gerechtigkeit seiner Maxime, sondern lediglich jene "unwiderstehliche Obergewalt"[15], in der die "Fähigkeit der Publizität" im Falle der Situation eines möglichen Aufruhrs allein gründet. Mit anderen Worten: Mag ein ungerechtes Staatsoberhaupt auch den "Widerstand aller" gegen seine ungerechten Maximen hervorrufen, so findet es sich doch an dem Punkt wieder ins Recht gesetzt, an dem es diesen Widerstand niederschlägt; das Prinzip der Publizität garantiert hier also nicht mehr die Gerechtigkeit des Rechts, sondern vielmehr die Unbedingtheit seiner Durchsetzung und Erhaltung – und zwar selbst im extremen Falle seiner äußersten Ungerechtigkeit.
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Immediately afterward, though, where Kant discusses the consequences that are to be drawn from the principle of publicity for state law, the secret comes up a second time, and here the way it relates to justice proves to be more than ambiguous. The issue is the question of the lawfulness of deposing the tyrant, and Kant states expressly: "The rights of the people are injured; no injustice befalls the tyrant when he is deposed. There can be no doubt on this point."[13] Nevertheless, Kant concludes from the "the transcendental principle of the publicity of public law" that every "rebellion" is fundamentally illegitimate with exactly the same argument that he used before – namely that the maxims of the rebellion must necessarily be kept secret, otherwise its purpose will be made impossible. In relation to the unjustly acting "chief of state", however, it is interesting that he reduces this argument solely to the question of the maintenance of power; in fact, the tyrant "can openly say that he will punish every rebellion with the death of the ringleaders, however much they may believe that he was the first to overstep the basic law"[14]. Kant, who himself began his considerations, as we have seen, with a discussion of the injured rights of the people, thus accepts a consequential problem that thwarts his entire thesis of the "principle of publicity" as guarantee for the harmony of politics and morality: here the publicity of the legal claim does not at all ensure the justice of its maxims, but rather only the "irresistible [supreme] power"[15] (unwiderstehliche Obergewalt), which is the sole foundation of the "capability of publicity" in the case of the situation of a possible rebellion. In other words, should an unjust chief of state provoke "universal opposition" against his unjust maxims, he finds himself in the right again at the point where he crushes this rebellion: thus the principle of publicity does not guarantee the justice of the law here, but rather the unconditionality with which it prevails and is maintained – specifically even in the extreme case of its absolute injustice.
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