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Die Ungarn haben seit jeher eine Neigung dazu, sich unterjochen zu lassen, meint der Schriftsteller Krisztián Grecsó in der linken Sonntagszeitung Vasárnapi Hírek und argumentiert, dass die rechtskonservative Regierung von Viktor Orbán aus dieser Haltung Nutzen gezogen hat: "Wir sind schlicht außerstande, Menschen zu ertragen, die außerhalb der Gesellschaft stehen: Mönche, Obdachlose, Hippies. Diese Menschen haben kein Verständnis und kein Gespür dafür, wer in der Gesellschaft wichtig ist und wer Macht hat. Aus diesem Grund hassen wir sie so unbändig, denn das System beruht auf Angst, nicht auf Liebe. Die Angst beherrscht alles. Es ist eine Angst vor der Autorität, vor Schröpfungen, ja davor, dass uns auch die restlichen Möglichkeiten genommen werden, dass wir keinen Arbeitsplatz, keine Rente, keine Wohnung, keine Zigaretten, keinen Wein mehr haben werden. Das ungarische Volk ist heillos autoritätsgläubig. Wenn es kein Joch zu tragen hat, sucht es sich eines. ... Es braucht einen Führer, der ihm befiehlt, es braucht eine Macht, der es vertrauen kann und vor der es in Ehrfurcht erstarrt. Die sich als national bezeichnende Regierung Orbán wird diesem Bedürfnis maximal gerecht." (12.05.2013)
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The Hungarians have always had a tendency to let themselves be subjugated, the author Krisztián Grecsó writes in the left-leaning Sunday paper Vasárnapi Hírek, arguing that Viktor Orbán's right-wing conservative government has benefited from this attitude: "We simply can't stand people who are outside of society: monks, the homeless, hippies. These people have no feeling for who is important or powerful in society. We hate them so much because our system is based on fear, not love. Fear rules everything. Fear of authority, of being ripped off, and even of being deprived of the few remaining possibilities at our disposal: our jobs, our pensions, our homes, our cigarettes, our wine. The Hungarian people are hopelessly submissive. If they have no yoke to bear they will go out and find one. ... They need a leader to order them around, a power figure they can trust and venerate. The Orbán government, which refers to itself as nationalist, fulfils this need to the maximum." (12/05/2013)
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