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Seine Nationalitätenidentität kann man unter anderem auch damit zum Ausdruck bringen, dass man einen Nationalitätenrufnamen trägt – dies ermöglicht in Ungarn ein Gesetz. Erlaubt ist also beispielsweise, dass man als Ungarndeutscher seinen ungarischen Vornamen auf einen deutschen bzw. auf einen mit deutscher Schreibweise austauscht. „Unser Name ist praktisch ein Plakat von uns: wenn wir jemanden kennenlernen, ist unser Name das erste, was wir über uns verraten. Warum könnte er nicht auch unsere Nationalitätenidentität andeuten?“, weist Universitätsdozentin Maria Erb, Mitglied des Germanistenteams, das das Vornamensverzeichnis erstellte, hin. „Ich wurde auf den Namen ‚Mária‘ getauft, habe mich aber entschlossen, den verzwickten Behördengang zu absolvieren und meinen Rufnamen auf deutsche Schreibweise umzuändern. Während dieser komplizierten Prozedur wurde mir die Frage gestellt, ob ein einziges Akzentzeichen diese Misere wert ist, doch mir war es wichtig.“
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